USA 2014

Der Anfang

Die Idee entstand ganz spontan aus einer Glühwein-Laune an einem kalten Wintersonntag vor fast eineinhalb Jahren – und nach langen Planungen, Recherchen, Reiseführer-Studien und Trip-Advisor-Vergleichen ist es jetzt endlich soweit – wir sind startklar.

Dank dem Meilen-Sammel-Eifer von Markus und seinen hartnäckigen Anfragen bei Lufthansa wird für uns schon der Hinflug zur puren Erholung und zum einmaligen Erlebnis – wir fliegen First-Class 🙂 und sind ganz schön aufgeregt…

Woche 1

Tag 1 – 30.04.2014 – Anreise nach San Francisco

Es geht los, pünktlich um 6:30 Uhr sind wir abfahrtbereit zum Flughafen.

Um 7.30 Uhr kommen wir an, parken das Auto im Parkhaus, marschieren mit unserem Gepäck zum Untergeschoss des First Class Terminals – und fühlen uns wie die Superstars.

Anstatt VIP-Behandlung erwartet uns dann allerdings erst einmal eine „eisige” Begrüßung. Die Dame im Empfangsbereich mustert uns von oben bis unten (und nein, wir sind nicht schlampig angezogen, aber für den Urlaubstrip auch nicht im kleinen Schwarzen erschienen), schaut uns fragend und stirnrunzelnd an und bringt dann gerade so ein gequältes „ja“ mit hundert Fragezeichen über die Lippen. Unsere Erklärung, dass wir auf den First-Class-Flug nach San Francisco gebucht sind, macht sie zwar nicht viel gesprächiger, aber immerhin lässt sie sich nun dazu herab, uns Einlass zu gewähren und unsere Flug-Unterlagen entgegenzunehmen.

[ngg_images image_ids=“512″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Ihr Kollege dagegen, der das „Drama“ wohl mitverfolgt hat, eilt hinzu und nimmt freundlich und mit ein paar netten Worten unser Gepäck entgegen. Anschließend geht es sehr locker und schnell durch den Security-Check. Nachdem die Formalitäten erledigt sind, geht Markus erstmal duschen – man muss ja schließlich optimieren, wenn man schon mal die Gelegenheit zu einer First-Class-Dusche hat. Danach gibt es lecker Frühstück. Das genialste und fluffigste Rührei auf diesem Planeten wird uns wahrscheinlich für immer in Erinnerung bleiben.

[ngg_images image_ids=“802″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=160 float=right]Nun ist noch genug Zeit, entspannt ein Gläschen Champagner auf der Couch zu schlürfen, Rudolf Scharping (!) beim Zigarre-Rauchen zu beobachten, Beweis-Fotos für Facebook zu machen und natürlich die obligatorische Lufthansa-First-Class-Quietsche-Ente zu organisieren, die wir auf den Namen Paula taufen und ab sofort zu unserem Reisemaskottchen wird.

Unsere eisige Empfangsdame hat sich dann wohl mittlerweile in die Pause verdrückt (oder ist nach ihrem Auftritt direkt gefeuert worden…) und so werden wir von ihrer wirklich freundlichen Kollegin um 9:45 zur Abfahrt mit der Limousine aufgerufen. Also Hühner satteln und runter ins Erdgeschoss. Mit 3 weiteren Personen werden wir zum Flieger gefahren. Gott sei Dank kommen wir beim richtigen Flugzeug an, da leichte Verwirrung herrscht, welcher Fahrer welche Gäste zu welchem Flieger fahren soll. Stockholm und Istanbul stehen noch zur Auswahl, da ist San Francisco doch eindeutig die beste Location. 🙂

Nach der Ankunft am Gate geht‘s dann per Fahrstuhl direkt auf die Abflugebene, rein in die Röhre und ab ins Oberstübchen. Cool hier. Die Zeit bis zum Abflug überbrücken wir mit Ausprobieren der Sitzeinstellungen, Verstauen des Handgepäcks, der Organisation des Lesestoffs sowie – ganz wichtig für das echte VIP-Gefühl – mit Schampus schlürfen (Charles Heidsiek: Blanc des Millénaires 1995). Da ist es doch gut, dass wir wegen Nebels erst 40 Minuten verspätet los kommen 🙂

Der Flug ist wirklich Urlaub pur. Was will Mann/Frau mehr? Nüsse, Schampus, Gruß aus der Küche, Kaviar, 3 Vorspeisen, Suppe, Hauptgang, Nachspeise. Ach stimmt, ein Bett wäre noch nett – gut dass das ja gleich neben dem Sitz zur Verfügung steht. Über Grönland halten wir einen kleinen Schönheitsschlaf und werden nach dem Aufwachen direkt mit Oma’s Kuchenbüffet überrascht. Und vor der Landung gibt es dann noch mal 3 Gänge…

Nach der Landung um 12:45 Ortszeit heißt es dann erstmal Immigration – und das kann dauern. Laut unseren Mitreisenden klappt es in SFO wohl normalerweise relativ schnell, doch wegen unserer Verspätung sind leider ein „paar“ asiatische Fluggäste vor uns in der Warteschlange.

Die Einreiseprozedur selbst bringen wir dann recht zügig und ohne große Befragungen hinter uns. Jetzt nur noch Koffer schnappen, raus aus dem Terminal, die Haltestelle vom SuperShuttle suchen, Bescheid geben, dass man da ist und auf den zugeteilten Bus warten. Draußen ist schönstes Wetter, warm, strahlend blauer Himmel. Besser kann’s nicht anfangen.

[ngg_images image_ids=“134″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Nun also auf in die Innenstadt von SFO. Gegen 15:30 checken wir im Radisson Hotel am Fishermen‘s Wharf ein. Wir haben extra kein Auto gemietet, welches dann sinnlos für teuer Geld auf dem Parkdeck steht (SF kann man wunderbar zu Fuß oder mit den Cable Cars erkunden). Leider erfahren wir aber beim Check-In, dass das Parken für uns kostenlos gewesen wäre (normalerweise so um die $50 am Tag). Aber egal, Hauptsache wir haben das Upgrade bekommen mit Blick auf Alcatraz und die Golden Gate Bridge

[ngg_images image_ids=“123″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Da wir nach dem Auspacken der Koffer absolut keinen Jet Lag verspüren, brechen wir gegen 16 Uhr zu einer ersten Stadterkundung auf. Pier 39, Maritime National Historical Park (alles was älter als 10 Jahre ist, ist bei den Amis gefühlt Historical), Lombard Street. Zum Abschluss gegen 19 Uhr gibt’s dann das verdiente Feierabend-Bier und eine Limo in Jack’s Cannary Bar.

Auf dem Rückweg ins Hotel machen wir noch einen Pitt-Stop beim 7-Eleven, um Bier, Wein und Chips zu kaufen, was wir zum Ausklang des Tages noch auf unserem Balkon mit herrlichem Blick über die Bucht genießen.

 

Tag 2 – 01.05.2014 – San Francisco

Vom Hotel gibt es Frühstücksgutscheine, also starten wir den auch heute herrlich sonnigen Tag mit einem deftigen Frückstück bei IHOP um die Ecke. Gut gestärkt geht‘s dann zur Cable Car Station, um mit der Powell / Hyde Line bis zur Endstation an der Market Street zu fahren. Von dort laufen wir ein paar Meter zurück zum Union Square, wo wir eine Zeit verweilen, Bilder machen und das Hotel The Westin St. Francis und das Macy’s Kaufhaus erkunden.

[ngg_images image_ids=“136″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Von hier laufen wir über den Nob Hill zum Cable Car Museum und bestaunen die alte Technik. Dort springen wir anschließend auch wieder auf ein Cable Car auf und fahren nochmals zur Endstation an der Market Street, der wir dann zu Fuß bis zum Ferry Building folgen. Wir schlendern über den dortigen Farmers-Markt, gönnen uns eine leckere Home-Made-Lemonade und nehmen nochmal eine kleine Auszeit bei Starbucks, um uns für den Weitermarsch zu stärken. An den qualmenden Füßen gibt’s die ersten Blasen, aber wir halten tapfer durch.

Am Sue Bierman Park vorbei geht‘s Richtung Transamerica Pyramid und weiter Richtung China Town und einmal über die Grant Street. Den in jedem Reiseführer beschriebenen chinesischen Torbogen haben wir allerdings bis heute nicht gefunden.

[ngg_images image_ids=“152″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Egal, weiter geht’s, denn der Coit Tower auf dem Telegraph Hill ist unser nächstes Ziel. Der Turm selbst hat wegen Renovierungsarbeiten leider geschlossen, aber auch vom Telegraph Hill genießen wir den tollen Ausblick und machen uns dann langsam auf den Weg zurück ins Hotel. Einen Biergarten, der zum Verweilen einlädt, gibt es ja (noch) nicht. 😉 Den Rest des Nachmittags relaxen wir bei ca. 30 Grad und wolkenfreiem Himmel am Hotelpool.

Zum Abendessen zieht es uns dann nochmal Richtung Chinatown. Also wieder auf zur Cable Car Station. Eigentlich wollten wir ins House of Nanking, was aber völlig überfüllt ist. Schließlich landen wir im Brandy Ho’s Hunan Food (www.brandyhos.com) auf der Columbus Ave am Rande von Chinatown. Wir bestellen steamed und fried Dumplings, danach Fisch für Alex und Hühnchen für Markus. Die dunkle Soße von den fried Dumplings macht sich übrigens ausgezeichnet auf einem rosafarbenen Männer-Polo-Shirt.

Tag 3 – 02.05.2014 – San Francisco & Sonoma Valley

Wie gestern starten wir wieder mit dem Frückstück bei IHOP. Alex stellt die Angestellten vor ganz neue Herausforderungen, als sie ein gekochtes Ei bestellt (normalerweise gibt’s nur Rühr- oder Spiegelei) – was dann aber tatsächlich nach „nur“ 20 Minuten steinhart gekocht serviert wird 🙂

Heute holen wir unseren Mietwagen ab. Die Zeit bis zum Pick-Up des Flughafen-Shuttles vertreiben wir uns noch ein bisschen an der Fisherman’s Wharf, wo wir uns nochmal über die Seelöwen am Pier 39 amüsieren, und mit dem Bestaunen der riesigen Bäckerei Boudin Bakery, wo man direkt beim Backen des Sauerteigbrotes zuschauen kann und die frischen Brote an einer Art Seilbahn durch den Verkaufsraum schweben.

[ngg_images image_ids=“153″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Wir haben das Auto am Flughafen angemietet, in der Hoffnung, die Auswahl bei den Cabrios sei größer als bei den Stationen in der Stadt. Um 10 Uhr holt uns der Shuttle am Hotel ab und nach ein paar weiteren Stationen erreichen wir wieder den Flughafen von San Francisco. Dort angekommen geht’s per Monorail zu den Vermietstationen. Glücklicherweise haben wir uns für Avis und gegen Hertz entschieden, die Schlange dort ist unendlich lang, während wir bei Avis sofort bedient werden. Zunächst wird uns ein Chrysler 200 angeboten, hm, nicht unbedingt das was wir wollen, also fragen wir nach einem Ford Mustang. Nach ein paar Minuten wird unser Wunsch bestätigt, wir sind happy und machen uns auf den Weg ins Parkhaus, um unser Auto abzuholen.

Wir stellen schnell fest, dass einer unserer beiden großen Koffer die nächsten 3 Wochen auf dem Rücksitz anstatt im Kofferraum verbringen wird, denn dort ist nur Platz für einen.

Gegen 11:30 sind wir startklar und fahren zunächst zu den Twin Peaks. Nachdem wir uns durch die Wohnsiedlungen dort durchgesucht haben, erreichen wir endlich den Peak und sind von der grandiosen Aussicht über San Francisco überwältigt.

[ngg_images image_ids=“151″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Weiter geht es Richtung Innenstadt zum Alamo Square, um uns die viktorianischen Häuser anzuschauen, leider werden gerade zwei von ihnen renoviert und sind daher mit Netzen behängt.

Nebenbei bringt Markus beim Autofahren den Amis noch seine selbstkreierten neuen Stoppschild-Regeln bei (wir haben grundsätzlich Vorfahrt, und wenn nicht, dann trotzdem) – die Amis nehmen‘s gelassen hin 🙂

[ngg_images image_ids=“157″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Nächstes Ziel ist die Lombard Street. Nachdem wir diese ja schon 2 Tage zuvor zu Fuß durchlaufen, oder besser gesagt: abgestiegen sind, ist das ultimative Ziel natürlich, einmal mit dem Auto durchzufahren. Genial. Später lesen wir dann, dass die Straße in Zukunft an Wochenenden wegen den vielen Touristen für den Autoverkehr gesperrt werden soll.

Bevor wir nun San Francisco Richtung Norden über die Golden Gate Bridge verlassen, fahren wir nochmal durch Presidio, machen dort aber nur einen sehr kurzen Halt für einen kleinen Rundgang.

Also Weiterfahrt zur Brücke. Leider ist der Himmel mittlerweile nicht mehr so strahlend blau wie die letzten 2 Tage und wir müssen uns durch die üblichen Nebelbänke über die Bridge kämpfen. Wir halten zunächst am Vista Point an, um ein paar Fotos zu machen und noch mal auf die Brücke und Stadt zurückzuschauen. Eine Fahrt auf den Aussichtspunkt „Battery Spencer” lohnt sich leider nicht, der Nebel ist einfach zu dicht.

[ngg_images image_ids=“158″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=160 float=right]Nach ein paar Kilometern Fahrt legen wir noch einen kurzen Stopp in Sausalito ein und genießen ein Bier und einen kleinen Snack in der Barrel House Tavern direkt am Wasser. Nun aber weiter Richtung Healdsburg. Healdsburg liegt ca. 70 Meilen nördlich von San Francisco am HWY 101 im Sonoma Valley, das zweite, nicht ganz so bekannte Weinanbaugebiet neben dem Nappa Valley. Dies ist unser Tagesziel und dort verbringen wir die nächsten 3 Tage bei Nancy, einer ehemaligen Kollegin von Markus. Der eigentlich nicht allzu weite Weg dorthin erweist sich allerdings als ziemlich zäh. Was soll man aber auch an einem Freitag Nachmittag von San Francisco Richtung Norden in die ländlichen Gebiete erwarten?

Nachdem wir – etwas genervt vom Verkehr – endlich angekommen sind, uns begrüßt und in unserem Zimmer „eingerichtet“ haben, machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Tapasbar Bravas (http://www.starkrestaurants.com/bravas.html) um dort zu essen und den Tag ausklingen zu lassen. Nancy hat schon einen Tisch für uns drei im Innenhof reservieren lassen. Wir trinken kalifornischen Rotwein und Sangria und futtern fantastische Tapas. Das Beste allerdings ist, dass Nancy die Besitzerin der Location ist. Sie hat es an die aktuellen Restaurantbetreiber vermietet, und deshalb gibt es das Essen und die Getränke zum wirklichen Super-Sparpreis. Kurzum – wir müssen nur das Trinkgeld „bezahlen“.

Wieder zurück bei Nancy, hat sie die glorreiche Idee, uns zum krönenden Abschluss des Tages noch eine Alfred-Hitchcock-Filmvorführung zu gönnen. So sitzen wir also mit schweren Augenlidern auf dem Sofa und quälen uns durch den uralten „Vertigo“- Film, der auf einem ebenso gefühlt uralten VHS-Videorecorder läuft. Nach nicht mal der Hälfte des Streifens entfliehen wir aber „furchtbar müde“ in unser Zimmer. Nancy dagegen zieht sich wohl noch die halbe Nacht alte Alfred-Hitchcock-Schinken rein, wie sie uns am nächsten Morgen erzählt.

Gefahrene Meilen heute: 95

Tag 4 – 03.05.2014 – Sonoma Valley

Vor der morgendlichen Dusche wird es erst mal kompliziert. Nancy hatte uns gestern gebeten, wegen der Wasserknappheit einen Eimer unter den Duschhahn zu stellen, um das kalte Wasser, bis es nach einer ganzen Weile dann warm aus der Leitung kommt, aufzufangen. Klingt erst mal einfach – ist es aber nicht. Zumindest nicht, wenn auf den altertümlichen Hähnen nicht zu erkennen ist, ob man nun überhaupt warm oder kalt aufdreht. Dazu kommt, dass man in Amerika (wie wir später noch lernen werden) zusätzlich alle möglichen Hebelchen, Griffe, Rädchen – was auch immer – je nach Dusch-Konstruktion drehen, ziehen, drücken oder kippen muss.

Und wir glauben mittlerweile, es gibt für jede EiNZELNE Dusche in Amiland nur EINE spezielle Drück-Zieh-Dreh-Kipp-Kombination.

Alex ist also zunächst mal völlig überfordert – welche Handbewegung ist denn nun die passende für Nancy’s Dusche – und: erwischt sie den falschen, nämlich Kaltwasser-Hahn, läuft vielleicht eine halbe Stunde lang sinnlos Wasser raus und der Eimer über…. Und man will es sich ja schließlich nicht gleich mit der Gastgeberin verscherzen! Also nochmal kurz die Klamotten überwerfen und Markus verzweifelt und unauffällig um Hilfe anflehen J Der kriegt’s aber glücklicherweise schnell hin und der warmen Dusche steht nichts mehr im Wege.

[ngg_images image_ids=“161″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Nach dem Frühstück brechen wir zusammen mit Nancy auf in Richtung Pazifikküste in die Nähe von Jenner, wo der Russian River in den Pazifik mündet.

Nach einem ausgiebigen Fußmarsch am Strand bei blauem Himmel, aber eisigem Wind, fahren wir weiter Richtung Süden nach Bodega Bay. Zum Mittag machen wir Halt bei „Spud Point Crab Company“ (http://www.spudpointcrab.com/). Dort gibt’s angeblich die beste Clam-Chowder weit und breit (natürlich). Markus entscheidet sich aber für ein ausgezeichnetes Crab Sandwich und Alex, die Meeresgetier nicht mag, nimmt einen „Chili Dog“. Keine so gute Wahl. Sie träumt wahrscheinlich die nächsten 100 Jahre noch von dem riesigen Berg Chilisoße mit Käse, in dem der Dog seinen Freischwimmer gemacht hat. Wir setzen uns mit unserem Mittagssnack auf eine Bank im kleinen Fischereihafen gegenüber der Crab Company und amüsieren uns prächtig über einen Seelöwen, der die Fischerboote ganz ungeniert auf Futterbeute inspiziert.

[ngg_images image_ids=“165″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=160 float=right]Pappsatt geht es anschließend mit dem Auto ein kleines Stück weiter nach Bodega. In dem kleinen verschlafenen Nest dreht sich alles um Alfred Hitchcock – kein Wunder, denn sowohl dort, als auch in Bodega Bay, wurden Teile des Films „Die Vögel“ gedreht. Auf einem kleinen Hügel kann man die berühmte Kirche und nebenan das Schulhaus aus dem Film bewundern.

[ngg_images image_ids=“166″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=160 float=left]Nächster Halt auf unserer heutigen Rundtour ist das kleine Städtchen Sebastopol, wo wir ein wenig durch die Straßen schlendern, einige Zeit in einem Buchladen stöbern und belustigt Reiseführer über Deutschland inspizieren, und zum Abschluss in einem kleinen Café den schärfsten Chai Latte unseres Lebens trinken.

Nun geht es weiter auf der 116 Richtung Norden, Ziel ist das Armstrong Redwoods State Natural Reserve. Hier machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch den Park, machen Fotos und bewundern die riesigen Redwood-Bäume.

Über die River Road geht’s dann zurück nach Healdsburg. Am Abend lassen wir uns bei Mexikaner im Ort mächtige, aber leckere Burritos schmecken.

Gefahrene Meilen heute: 110

 

Tag 5 – 04.05.2014 – Sonoma Valley

Heute ist unser letzter Tag bei Nancy in Healdsburg. Zum Frückstück gibt es Nancy’s-Home-Made-Waffeln (hergestellt aus unendlich vielen geheimen Zutaten) aus einem gefühlt hundert Jahre alten Waffeleisen, mit einem wenig vertrauenserweckenden Elektrokabel – wir warten die ganze Zeit darauf, dass das Teil explodiert J. Aber – es hält durch, die Waffeln sind superlecker und so gestärkt machen wir uns erstmal auf den Weg zu den beiden örtlichen Supermärkten, um unseren Reiseproviant für den nächsten Tag aufzufüllen.

Zuerst geht‘s auf Anraten von Nancy zum Big John‘s Supermarket. Der ist aber nicht nur ziemlich teuer, sondern hat auch nur eine relativ begrenzte Auswahl. Also weiter zu Safeway, den wir doch laut Nancy eigentlich wegen dem „industrial farming“ meiden sollen. Uns aber gefällt Safeway viel besser, außerdem ist es da wesentlich günstiger. Den „German Streuselmix“ von Big John’s, über den wir uns köstlich amüsieren, finden wir dort jedoch nicht. Wir merken schnell, dass es auf alle Fälle Sinn macht, sich eine Safeway-Mitgliedskarte zu organisieren, denn damit kann man auf die meisten Produkte Rabatte erhalten oder es gibt „Kauf x, bezahl y“-Aktionen. Die Karte gilt auch für die Supermarktkette Vons. Normalerweise muss man ein Registrierungsformular mit all seinen privaten Daten ausfüllen, als wir der Dame am Infoschalter aber sagen, dass wir aus Deutschland kommen, schiebt sie uns ohne Formalitäten eine Karte zu.

Zurück vom Einkaufen, starten wir am späten Vormittag mit Nancy eine Tour durch einige der vielen Weingüter in der Gegend.

Zunächst geht es zu einem Weingut, deren Besitzerin eine Yoga-Freundin von Nancy ist. Dort gibt es irgendwas zu feiern, jedenfalls sind jede Menge Leute da und es gibt reichlich zu essen. Die Besitzer springen im lustigen Eichhörnchen-Kostüm rum (ist wohl das Markenzeichen des Weinguts) und sind furchtbar „pleased“ über den Besuch aus Deutschland. Wein gibt es selbstverständlich auch, es wird sogar eine sehr alte Flasche geköpft – den Amerikanern schmeckt es vorzüglich – äääh, wir finden den Wein ungenießbar und schütten den Inhalt unseres Glases heimlich in den nächsten Busch….

Es kann nur besser werden und so geht es weiter zum Weingut Ferrari-Carano (http://www.ferrari-carano.com). Das Anwesen lässt einen eher vermuten, man sei in der Toscana als in Kalifornien. Ein riesiges schlossähnliches Haus, wundervolle Gärten. Wir bezahlen 10$ pro Person für eine Weinprobe, bestehend aus 7 oder 8 Weinen. Alle sehr lecker, aber der Hammer ist der Dessertwein, ein Zinfandel, dessen Trauben sehr spät geerntet werden. Der Wein wird im Barrique ausgebaut und mit dunkler Schokolade versetzt. Markus und Nancy verziehen bei der Weinbeschreibung erst Mal das Gesicht – „das kann ja nicht schmecken“ – aber Alex steht total auf dunkle Schokolade und so muss das gute Schlückchen unbedingt mit auf die Probierliste. Und am Ende sind wir alles hellauf begeistert. Leider nehmen wir keine einzige Flasche mit, da wir denken, im Zeitalter des Internets könne man den Wein ja auch in Deutschland bestellen.

Zu Hause stellen wir allerdings fest: keine Chance, wir haben bisher keinen Händler gefunden, der diesen Wein führt. Die einzige Möglichkeit, von hier aus an diesen Wein zu kommen, besteht darin, Mitglied im erlesenen „Ferrari-Club“ zu werden – sofern man es innerhalb der nächsten hundert Jahre von der Warteliste runter schafft.

Nach der Weinprobe spazieren wir noch einige Zeit durch den wundervollen Garten des Anwesens, bevor wir zum nächsten Weingut, dem Preston (https://www.prestonvineyards.com), aufbrechen. Dieses hat sich auf die Herstellung von Bio-Wein spezialisiert. Neben normalen Weinflaschen kann man dort auch eine Gallone „Hauswein“ erwerben. Nancy ermutigt uns, das Geld für den „Proviant“ für unsere nächsten Tage zu investieren. Bei dem Gedanken, dass es nicht erlaubt ist, in den USA offene Flaschen Alkohol im Auto zu transportieren, ist Markus nicht ganz wohl. Wir lassen uns trotzdem überreden und haben einen netten „Begleiter“ für die kommenden Tage.

Im sonnigen Garten des Weinguts gibt es Tische und Bänke zum Picknicken und so gönnen wir uns dort eine gemütliche Nachmittagspause mit Avocados, Käse und Brot. Anschließend fahren wir zurück nach Healdsburg, um noch einen letzten Stopp beim Seghesio-Weingut (http://www.seghesio.com) zu machen. Weinproben sind bis 17 Uhr möglich, leider sind wir einige Minuten zu spät. Dennoch begrüßt man uns freundlich und zu unserer Überraschung lädt man uns trotzdem noch zu einer Weinprobe ein, die dann auch noch kostenlos ist. Wir genießen ein paar gute Rotweine, bedanken und verabschieden uns – und vergessen in unserer Freude über soviel für uns ungewohnten Service völlig, wenigstens ein bisschen Trinkgeld dazulassen. Zum Glück ist Nancy nicht so verpeilt wie wir, steckt der Angestellten ein bisschen was zu – und rettet uns so vor der Peinlichkeit.

Das Abendessen nehmen wir heute im Garten unserer Gastgeberin ein und heizen den Webergrill an. Apropos Webergrill. Da das Zubehör in Deutschland so unverschämt teuer ist, haben wir schon vorab eine Bestellung bei Nancy aufgegeben, die die Teile dann für die Hälfte des deutschen Preises bei Amazon für uns bestellt hat. Ab morgen reisen wir also nicht nur mit knapp 4 Litern Wein im Kofferraum, sondern auch mit drei Grilleinsätzen für den Webergrill.

Mit einem gemütlichen Spaziergang durch die Nachbarschaft bis zum Russian River beenden wir den Abend. Nebenbei erfahren wir noch, dass es hier mittlerweile sehr strenge Gesetze bezüglich der Gartenbewässerung gibt, weil es so wenig regnet. Wer dort ein ökologischer Vorreiter sein will, legt Kunstrasen in den Vorgarten, braucht kein Wasser und hat es trotzdem immer grün.

Gefahrene Meilen heute: 35

Tag 6 – 04.05.2014 – Yosemite Park

[ngg_images image_ids=“180″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left][ngg_images image_ids=“178″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=160 float=right]Unser letztes Frühstück in Healdsburg nehmen wir zusammen mit Nancy in einem Café ein – wir essen Bagels mit Frischkäse und Lachs bzw. Marmelade – und verabschieden uns danach herzlich von unserer Gastgeberin.

Nun geht es zunächst mal wieder zurück in Richtung San Francisco und von dort dann über Vallejo, vorbei an Stockton, Modesto, Merced und Mariposa auf dem HWY 140 bei El Portal in den Yosemite National Park.

Da wir mehrere National Parks besuchen wollen, lohnt sich der Kauf des Annual Pass des National Park Service für 80 $ für uns beide. Der Pass gilt pro Auto.

Wir liegen gut in der Zeit und so schauen wir uns am Nachmittag noch den Bridalveil- Fall an, machen Halt am Tunnel View (zum Glück, denn am nächsten Tag war alles in Nebel gehüllt) und fahren hoch zum Glacier Point.

[ngg_images image_ids=“184″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Unsere rustikale aber saubere Unterkunft für die kommenden zwei Nächte ist die White Chief Mountain Lodge (http://www.whitechiefmountainlodge.com) in Fish Camp kurz hinter dem südlichen Parkausgang, die wir allerdings erst mal verzweifelt suchen, weil wir zweimal am Schild zur Einfahrt vorbeisausen.

Zum Abendessen fahren wir nach Oakhurst zu Denny’s und fallen anschließend in unserer Lodge müde ins Bett.

Gefahrene Meilen heute: 370

 Tag 7 – 06.05.2014 – Yosemite Park

[ngg_images image_ids=“192″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Als Frühstück gibt es ein einfaches aber leckeres Proviantpaket von der Lodge, welches wir im Zimmer zu uns nehmen.

Über Nacht hat es wohl in den höheren Lagen des Parks geschneit und draußen ist es arschkalt, am Auto ist erst einmal Scheibenkratzen angesagt. Gestern noch 20 Grad plus – heute Tiefkühlschrank. Gegen 8:45 brechen wir auf und fahren erneut in das Yosemite Valley, dort parken wir im Curry Village, sind heilfroh, dass wir uns für die Übernachtung nicht, wie ursprünglich mal geplant, für die Zeltunterkünfte dort entschieden haben, und unternehmen eine Wanderung zum Mirror Lake. Der Rundtrip, bei dem wir uns irgendwann nicht mehr so ganz sicher sind, noch richtig zu sein, ist ca. 8 km lang – irgendwann am Ende treffen wir dann aber doch wieder auf andere Wanderer und einen breiten Weg in die richtige Richtung.

[ngg_images image_ids=“196″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Zurück am Auto fahren wir noch ein kleines Stück weiter ins Yosemite Village und wandern von dort zu den Lower Yosemite Falls. Auf dem Rückweg machen wir dann noch einen kurzen Abstecher zum Besucherzentrum des Parks und trinken in der Snackbar einen wohlverdienten Kaffee bzw. Kakao.

Wieder im Auto geht’s zurück zum Talausgang und weiter in südliche Richtung zum Mariposa Grove of Giant Sequoias. Bei unserer mittlerweile dritten Wanderung an diesem Tag bewundern wir die Mammutbäume mit Namen wie „Bachelor & Three Graces“, „Grizzly Giant“ und „California Tunnel Tree“. Jetzt haben wir aber wirklich genug für heute und machen uns auf den Heimweg zu unserer Lodge.

[ngg_images image_ids=“204″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Zum Abendessen fahren wir wieder nach Oakhurst. Wir legen noch einen kleinen Stopp im Vons Supermarkt ein, bevor wir uns auf die Suche nach einem „geeigneten“ Restaurant machen. Wir stecken den Kopf zunächst in eine vom Trip-Advisor empfohlene, typisch amerikanische Kneipe, überlegen es uns dann aber doch anders, da man wie im Schnellrestaurant an der Theke anstehen, sich in aller Eile für irgendwas entscheiden und dann bestellen muss – wir uns aber nach unserem langen Wandertag einfach nur in Ruhe hinsetzen und bedienen lassen wollen.

[ngg_images image_ids=“208″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Irgendwie finden wir aber nichts, was uns wirklich begeistert – wir stecken den Kopf in ein anderes Restaurant, überlegen es uns aber auch da anders, fahren in unserer Verzweiflung doch wieder zur empfohlenen Kneipe – entscheiden uns dann ein zweites Mal dagegen (die müssen uns alle für völlig bekloppt halten) und landen am Ende im Clearwater Steak House. Es gibt Onion Rings, French Fries, Spare Ribs und California Chicken. Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht?

Gegen 20:30 sind wir müde und satt wieder zurück in unserer Lodge und freuen uns auf den nächsten Tag, wenn es weiter zu unserem nächsten Etappenziel geht.

Gefahrene Meilen heute: 103