USA 2014

Woche 3

Tag 15 – 14.05.2014 – Upper Antelope Canyon & Monument Valley

Der Tag beginnt mit einem – nennen wir es mal: „sehr einfachen“ Frühstück im Motel, bevor wir uns auf den Weg zum Upper Antelope Canyon machen. Der Eintritt ins Reservat beträgt 8 $, und wir haben Glück, dass wir direkt die 10-Uhr-Tour buchen können, die nochmal mit 44$ pro Person zu Buche schlägt.

Zunächst werden wir mit ca. 10 Personen auf einem Pick-Up über eine holprige Sandstrecke zum Eingang des Canyons geschüttelt. Von dort geht es zu Fuß mit einer Führerin hinein in den Slot-Canyon. Was wir hier zu sehen bekommen, ist einfach unbeschreiblich und sehr beeindruckend. Auf jedem Meter ergeben sich neue Fotomotive, wir knipsen Bilder über Bilder.

Nach etwa eineinhalb Stunden geht’s dann wieder – mit schönem Gruß an die Bandscheiben – zurück über die Sandpiste zum Parkplatz.

Wir fahren zunächst weiter zum Glen Canyon Dam, haben immer noch mehr als den halben Tag Zeit und entschließen uns daher ganz kurzfristig, unser eigentlich für morgen geplantes Ziel, das Monument Valley, heute schon in Angriff zu nehmen. Die Fahrt dorthin erweist sich allerdings als seeeeeehr eintönig, und die Tanke in dem Kuhkaff Kaibito auf halber Strecke lädt auch nicht gerade zu einem längeren Pittstopp ein – war ein bisschen so „From Dusk Till Dawn“-mäßig.

Endlich angekommen hat man dann die Wahl, sich in Gruppen auf offenen Jeeps für viel Geld die 17 Meilen lange staubige Strecke um die „Monumente“ herum fahren zu lassen, oder den Trip mit dem eigenen Auto zu wagen. Wobei man am Parkeingang strengstens darauf hingewiesen wird, dass die Strecke nur mit 4×4-Autos befahren werde sollte, und – falls man es trotzdem mit dem normalen Pkw wagt – die Angelegenheit im Falle einer Autopanne ziemlich schnell ziemlich teuer werden könnte. Wir überlegen also kurz, ob wir das Risiko eingehen sollen, sehen jede Menge „normaler“ PKWs auf der Piste rumeiern und trauen uns deshalb auch – erstmal zumindest. Äh ja – es geht dann auch verdammt holprig los (Markus fährt im abenteuerlichen Slalom über die sandig-felsige Piste, um nicht irgendwo aufzusetzen) – so holprig, dass wir uns nach ca. einer halben Meile dann doch zur Umkehr entscheiden. Später erfahren wir, dass wir hier den schlimmsten Teil schon hinter uns hatten. Egal, hinterher ist man immer schlauer und außerdem kann man die Monumente auch sehr gut vom Besucherzentrum aus sehen.

Nach ein paar Fotos und ein bisschen Beine vertreten geht‘s dann die ganze eintönige Strecke wieder zurück nach Page. Für’s Abendessen ist’s noch ein bisschen zu früh, also beschließen wir, noch etwas am Lake Powell spazieren zu gehen. So etwas wie einen Weg am See entlang gibt es aber auch hier leider nicht, also landen wir etwas oberhalb des Lake Powells an einem Hotel-Komplex (nähe der Marina) und bummeln dort gemütlich durch die Grünanlagen. Am Ende treffen wir sogar noch das passende Gegenstück zu unserem Koyoten vom Death Valley – den Roadrunner J

Jetzt knurrt uns aber wirklich der Magen und so kehren wir heute im Big John Texas BBQ (http://www.bigjohnstexasbbq.com) ein. Genau so und nicht anders stellt man sich ein typisch amerikanisches Restaurant vor! Man sitzt draußen unter dem Dach einer alten stillgelegten Tankstelle an langen Bierzeltgarnituren mit vielen anderen Leuten. Auf jedem Tisch stehen große Zinkeimer voll mit Erdnüssen, um die Zeit bis zum Essen zu überbrücken, und beim Erdnuss-Knabbern kommt man problemlos mit seinen Tischnachbarn ins Gespräch. Direkt an der Straße steht der gigantisch große Smoker, in dem unter anderem Ribs, Pulled Pork und Beef Brisket standesgemäß geräuchert werden. Markus entscheidet sich für die Sampler Plate mit zusätzlichem Maiskolben und ein leckeres Grand Canyon Beer und Alex für ein Pulled Chicken Sandwich mit Krautsalat und zusätzlichem Maiskolben und einer geeisten Limonade.

 

Einfach – aber einfach lecker. Sollte es uns jemals irgendwann wieder nach Page verschlagen – ganz sicher nicht ohne bei Big John vorbeizuschauen!!!

Gefahrene Meilen heute: 289

 

Tag 16 – 15.05.2014 – Grand Canyon

Unser heutiges Ziel ist der Grand Canyon South Rim.

Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen, fahren auf dem HWY 89 Richtung Süden, und nach einem Tankstopp in Cameron dann weiter auf der 64 Richtung Westen. Erster kurzer Halt ist ein Aussichtspunkt noch vor dem Parkeingang im Indiander-Reservat.

Danach geht es durch den Osteingang in den Grand Canyon National Park. Am Desert View machen wir erneut Halt für einen schon beeindruckenden Ausblick, anschließend geht es weiter zum Grand Canyon View Point. Hier ist jedoch die Hölle los und wir haben keine Chance, einen Parkplatz zu bekommen und so fahren wir direkt weiter zur Yavapai Lodge, unserer Unterkunft für die kommende Nacht. Die Gebäude der Lodge sind locker im Wald verteilt, immer ein paar Zimmer pro Wohneinheit. Nach dem Einchecken räumen wir auf dem Parkplatz vor unserem Zimmer das Gepäck aus dem Auto und schauen plötzlich einem ziemlich großen Elch direkt aufs stattliche Geweih – der steht da völlig unbeeindruckt, keine 3 Meter von uns entfernt, neben dem Eingang und verspeist sein Mittagessen in Form von grüner Busch-Rohkost.

Nach dem Auspacken wollen wir nun den Grand Canyon ein wenig zu Fuß erkunden. Im Park gibt es verschiedene Bus-Shuttle-Routen. Wir laufen zunächst zur Haltestelle der blauen Route und fahren zum Hermit Rest Route Transfer. Von dort geht ein schöner Wanderweg mit tollen Ausblicken den Canyon entlang Richtung Westen. Nach ungefähr 5 km am Mohave Point haben wir wieder genug vom Laufen und nehmen den Bus der Hermit Rest Route bis ans westliche Ende zum Hermit Rest. Wir machen dort noch eine kurze Pause und fahren dann mit dem Bus zurück ins Village, um uns bei einem Snack in der Cafeteria zu stärken.

 

Am Abend machen wir uns mit dem Auto nochmal auf den Weg zum Visitor Center und laufen vom dortigen Parkplatz aus zum Mather Point, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Abendessen gibt’s im Angel Lodge Restaurant.

Gefahrene Meilen heute: 141

 

 

 

Tag 17 – 16.05.2014 – Route 66 & Lake Havasu City

Unser nächstes Hauptziel ist nun San Diego. Da dies aber unmöglich an einem Tag zu schaffen ist, wir aber auch schlecht einschätzen können, wie weit wir in etwa kommen werden, fahren wir einfach mal los, ohne die nächste Unterkunft gebucht zu haben.

Wir verlassen also den Grand Canyon National Park über den Südausgang Richtung I 40. Der I 40 folgen wir dann Richtung Westen. Unser Plan ist, unterwegs ein Teilstück der Route 66 zu fahren, und dafür müssen wir zunächst mal nach Seligman, der angeblichen Geburtsstätte der historischen Route 66.

Dort angekommen, schießen wir erst mal ein paar Bilder von der Hauptstraße und den Häusern dort, die natürlich ganz im Zeichen der Route 66 stehen. Seligman diente auch als Vorlage für den fiktiven Ort Radiator Springs im Oskar-nominierten Pixar-Animationsfilm Cars.

Wir sind inzwischen ziemlich hungrig, und kehren daher vor der Weiterfahrt noch bei „Lilo’s Westside Café” zum Frühstück ein. Das Café wird von der deutschstämmigen Lilo betrieben, die vor Jahrzehnten schon von Wiesbaden nach Seligman ausgewandert ist. Die Wände sind voll mit deutschen – und vor allem hessischen – Kfz-Kennzeichen, die ihr Gäste aus der alten Heimat überlassen haben. J

Nun geht’s aber weiter nach Kingman und Oatman. Alex hat im Vorfeld in einem der vielen gewälzten Reiseführer irgendetwas von wilden Eseln in irgendeinem Ort entlang der Route 66 gelesen. Im Reiseführer, den wir während der Fahrt quasi immer auf dem Schoß parat haben, ist aber nix davon zu finden und wir erinnern uns partout nicht mehr daran, in welchem Ort genau das gewesen sein soll. Schade, wahrscheinlich gar nicht auf unserer Strecke, zu gerne hätten wir uns die Tiere mal angesehen.

Ja und dann steht da plötzlich an einer engen serpentinenreichen Straße hinunter nach Oatman ein „Achtung,-Esel-kreuzen-die-Fahrbahn“-Schild. Und kaum haben wir das Schild entdeckt, steht hinter der nächsten Kurve dann auch tatsächlich einer rum – also ein Esel. Glücklicherweise ist genau hier eine Haltebucht und so legen wir natürlich kurzentschlossen einen Stopp ein, um den Esel freudig zu begrüßen. Das sieht der Esel genauso und versenkt als erstes mal den dicken Kopf direkt im – oben natürlich offenen – Auto. Wir haben Spaß, der Esel auch, und mit Müh und Not halten wir ihn schließlich davon ab, komplett im Auto Platz zu nehmen und mit uns weiterzufahren.

So erreichen wir ein paar Minuten später dann ohne grauen Passagier im Gepäck das Örtchen Oatman – und hier wimmelt es tatsächlich nur noch so von Eseln. Die stehen überall mitten auf der Straße rum, so stur, dass sogar Autos und Trucks im Slalom um sie herumfahren müssen. Ansonsten sieht es hier so aus, als wäre die Zeit vor 150 Jahren stehengeblieben, man fühlt sich wie in einem alten Wildwestfilm, wo sich jeden Moment der Sheriff mit irgendeinem Halunken ein wildes Schießduell liefern wird.

Wir stellen unser Auto ab, machen einen kurzen Spaziergang durch die Hauptstraße und erfrischen uns anschließend noch in einen Saloon mit einem Bier und einem Eistee.

Weiter geht es jetzt über Needles nach Lake Havasu City. Wir sind nun heute schon ein ordentliches Stück gefahren, es ist heiß und das Örtchen sieht wirklich nett aus, also beschließen wir, unsere Fahrt hier heute zu beenden und uns ein Zimmer zu suchen. Der Plan ist, einen Starbucks zu finden und den kostenlosen Internetzugang zu nutzen um ein Motel zu buchen, am besten mit Pool – denn mittlerweile sind es weit über 40 Grad und wir schmoren im eigenen Saft.

Aber wenn man einen Starbucks braucht, findet sich natürlich auf die Schnelle keiner. Um kurz in Ruhe überlegen zu können, wie wir nun am besten weiter vorgehen, parken wir auf einem nächstbesten leeren Firmenparkplatz und entdecken mittendrauf ein Drive-Thru Cafe. Der Typ schaut zunächst etwas blöd, als Markus zu Fuß angelaufen kommt und nach einer Unterkunft bzw. nach der Möglichkeit einer Internetverbindung fragt. Tja, und so kommen wir nebenbei nicht nur zum besten Iced Chai Tea Latte des gesamten Urlaubs, sondern auch direkt zum privaten WLAN-Passwort des Cafébetreibers. J Also schnell das Ipad auspacken, hoffen, dass der schon kritische Akkuzustand noch ein paar Minuten durchhält und in Windeseile ein Motelzimmer inkl. Pool gleich um die Ecke buchen (Hidden Palms Resort & Condominiums). Geschafft!

Wir bedanken uns bei dem netten Mann und fahren direkt die paar Meter zum Motel. Wir haben ein komplettes Apartment mit Küche und Wohnzimmer ergattert. Das Motel ist in Ringform gebaut und im Inneren liegt der Pool. Es gibt sogar 2 Webergrills an denen man abends ein BBQ zubereiten kann.

Nach dem Einchecken machen wir es uns aber erst mal für den Rest des Nachmittags am Pool gemütlich.

Am Abend fahren wir zum Essen ins Zentrum in die Barley Bros Restaurant & Brewery (http://barleybrothers.com). Wir bestellen Lobster Burger und Parmesanschnitzel (welches für drei Leute reichen würde). Dazu gibt es selbstverständlich selbstgebrautes Bier für Markus und Roséwein für Alex.

Das Restaurant liegt direkt an der London Bridge. Die verrückte Story dazu gibt’s hier: http://de.wikipedia.org/wiki/London_Bridge_(Lake_Havasu_City)

Nach der mächtigen Portion Abendessen und der langen Fahrerei heute ist dringend noch ein Verdauungsspaziergang nötig, und so laufen wir durch einen schön angelegten Erholungspark am Flußarm des Colorado Rivers entlang.

Auf dem Weg zurück ins Motel geht’s noch Tanken und zu Walgreens. Der Parkplatz hier scheint am Freitagabend DER Treffpunkt für unzählige amerikanische Familien und Teenager mit ihren riesigen Pick-ups und Trailern mit Motorbooten zu sein, die alle über’s Wochenende in die Stadt einfallen.

Wieder zurück in unserem Motel lassen wir den Abend am Pool bei immer noch 35 Grad um Mitternacht mit einem Gläschen unseres Rotweins aus dem Sonoma Valley ausklingen. Ok – der Wein ist mittlerweile nicht mehr der Renner und wird nach unserem letzten Glas dann auch direkt entsorgt. Die ständigen Temperaturschwankungen und das Gerüttel im Kofferraum waren dann auf Dauer doch einfach zu viel für das gute Stöffchen. J

Gefahrene Meilen heute: 300

 

Tag 18 – 17.05.2014 – Joshua Tree & San Diego

Heute soll es nun endgültig nach San Diego mit Zwischenstopp im Joshua-Tree-Park gehen. Zum Frühstück gibt’s jedoch erstmal die obligatorische Stärkung bei Starbucks (den wir dann natürlich doch noch entdeckt haben) mit Bagels, Kaffee und Chai Latte. Es ist ziemlich voll an diesem Morgen und ein Großteil der weiblichen Kundschaft sieht aus, als wenn sie die ganze Nacht durchgefeiert hätte.

Wir fahren nun zuerst den HWY 95 nach Süden, dann weiter auf dem HWY 62. In Twentynine Palms biegen wir nach links in Richtung Park ab. Im Park selbst machen wir nur ein paar kurze Fotostopps, zum Rumlaufen ist es uns heute einfach zu heiß.

Durch den südlichen Parkausgang geht es dann weiter auf dem HWY 86 Richtung Süden am Salton See entlang, anschließend auf dem HWY 78 durch den Anza-Borrego Desert State Park. Ganz plötzlich ändert sich die wüstenhafte Landschaft in sattes Grün und auch die Luft wird wieder etwas kühler und angenehmer. So langsam geht aber unser Sprit zur Neige, weit und breit ist irgendwie keine Tankstelle in Sicht und wir werden doch ein wenig nervös. In Julian können wir dann aber endlich aufatmen und unseren Mustang mit der notwendigen„Nahrung“ versorgen.

Von nun an geht es langsam aber unaufhaltsam von den Weiten des Südwestens wieder in großstädtische Gefilde. In San Diego haben wir im schicken „The Lafayette Hotel, Swim Club & Bungalows“ ein Zimmer für die nächsten 3 Nächte gebucht.

Nach dem Einchecken und Auspacken fahren wir am Abend noch in die Innenstadt ins Gaslamp Quartier, bummeln dort zunächst ein wenig durch die Straßen und können uns dann – wie so oft – nur schwer entscheiden, wo wir nun zu Abend essen sollen. Letztendlich landen wir bei einem Mexikaner und die Wahl ist durchaus keine schlechte.

Gefahrene Meilen heute: 465

 

Tag 19 – 18.05.2014 – San Diego

Für heute steht eine ausgiebige Stadtbesichtigung auf dem Programm. Wir fahren zunächst zur Oldtown, der restaurierten Altstadt von San Diego, frühstücken dort im O’Hungry’s und bummeln dann gemütlich durch die schönen Straßen in Oldtown.

Auf unserem anschließenden Weg nach Seaport Village machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Presidio Mission Hills Park, wo wir aber nur einen kurzen Spaziergang auf den Hügel unternehmen, um die schöne Aussicht zu genießen.

Nachdem wir in Seaport Village erst einmal auf eine harte Geduldsprobe bezüglich eines freien Parkplatzes gestellt werden, bummeln wir dann auch hier ein wenig durch das „Fischerdorf“ und an der schön angelegten Uferpromenade entlang, gönnen uns bei Ben und Jerry’s ein leckeres Eis und bewundern am Harbor Drive den im Vietnam- und Golfkrieg eingesetzten Flugzeugträger „Midway“. Allerdings nur von außen, denn der Eintrittspreis für die Besichtigung ist recht gesalzen.

Als nächstes Ziel haben wir nun noch die Halbinsel Coronado auf dem Plan. Bereits die Fahrt über die „San Diego Coronado Bay Bridge“ ist spektakulär. Am herrlich breiten Strand (mit ganz viel Goldglitzer im Sand) von Coronado machen wir einen langen schönen Spaziergang und bewundern die dort stehenden Villen und natürlich das berühmte luxuriöse „Hotel del Coronado“, das unter anderem als Kulisse für den Film „Manche mögen’s heiß“ mit Marilyn Monroe gedient hat.

Es ist so tolles Wetter und daher ärgern wir uns ein wenig, dass wir keine Badesachen dabei haben. Aber egal, wenigstens die Füße kriegen ein bisschen Pazifik-Wasser ab.

Zum Abschluss des Tages machen wir uns dann auf den Weg zurück auf’s Festland Richtung Stadtteil La Jolla. Dort laufen wir auch noch ein wenig die Strandpromenade entlang und essen schließlich in einem Restaurant an der Hauptstraße zu Abend. Den Eingang des Restaurants finden wir nicht sofort, sondern landen unbemerkt aus Versehen erstmal bei einer Bar, einem Club, oder was auch immer – jedenfalls versperrt uns dort ein ziemlich großer, ziemlich breiter, ziemlich grimmiger Mann den Weg hinein und will von Markus sofort einen Ausweis sehen. Wir schauen uns etwas verdattert an – seit wann braucht man zum Abendessen einen Ausweis? 😀 Nach einer kurzen unfreundlichen Diskussion mit dem Türsteher lassen wir ihn einfach stehen und bemerken unseren Irrtum erst, als wir dann plötzlich vor der richtigen Tür des Restaurants stehen.

Das Essen ist dann ganz ok, aber auch nicht der Super-Burner, dafür schmeckt der weiße Sangria umso besser!

Gefahrene Meilen heute: 20

 

Tag 20 – 19.05.2014 – Whale Watching

Heute Morgen steht auf dringenden und vielfachen Wunsch von Alex „Whale Watching“ an, auch wenn die Haupt-Walsaison eigentlich schon vorbei ist – aber vielleicht haben wir ja trotzdem Glück. Die Tour haben wir im Vorfeld über’s Internet bei „San Diego Whale Watch“ (http://sdwhalewatch.com/) gebucht. Leider sieht das Wetter heute nicht so toll aus, es ist ganz schön frisch und ziemlich trübe.

Wir fahren also zur Mission Bay, holen unsere Tickets ab und frühstücken erstmal gemütlich in dem kleinen, zum Veranstalter gehörenden Café am Hafen, bevor es losgeht.

Unser Boot ist die Privateer, und heute nur zur Hälfte ausgebucht. Da das Meer heute wohl recht aufgewühlt ist und die Besatzung mit etwas höherem Wellengang und viel Geschaukel rechnet, bekommen wir als erstes eine Einweisung in die Verhaltensregeln bei plötzlich auftretender Seekrankheit (z. B. sich nur vom hinteren Teil des Bootes aus ins Meer zu übergeben und nicht die Toilette dafür zu benutzen) – und anschließend gleich das Verkaufsangebot von entsprechenden Tabletten gegen das Grün-im-Gesicht-werden. Markus nimmt das Angebot gerne an, Alex kennt das Wort Seekrankheit gar nicht und braucht daher auch keine „Magic Pills“ ! 😉 Ob der Japaner, der sich dann im Verlauf der Fahrt tatsächlich auf dem oberen Deck sein komplettes Gesicht inklusiver seiner Brille vollkotzt, das Wort auch nicht kennt, oder aber trotz der Pillen nicht mehr an sich halten kann, wissen wir nicht. Jedenfalls ist die arme Schiffs-Crew erstmal vollauf damit beschäftigt, die Überreste seines vorverdauten Frühstücks zu entfernen und das Deck zu desinfizieren.

Leider lässt sich weder ein Wal noch sonst irgendwas von Interesse blicken und wir sind schon wieder auf dem Rückweg, als ein ganzes Stück vor uns plötzlich doch wenigstens noch eine riesige Delphinschule auftaucht. Der Kapitän dreht bei und wir sind aufeinmal mittendrin, überall rechts und links vom Boot schwimmen und springen Delphine um uns herum, darunter sogar einige Babys. Wir können ein paar schöne Fotos und Filmaufnahmen machen, und am Ende schwimmt sogar noch ein großer Mondfisch an uns vorbei, den wir wegen seiner Rückenflosse im ersten Moment für einen Hai halten. J Es ist zwar schade, dass keine Wale unterwegs waren, aber die Delphine haben den Tag gerettet.

Als Entschädigung für die Wal-Flaute gibt es am Ende der Fahrt einen ewig gültigen Gutschein mit 50% Rabatt für die nächste Buchung.

Alex hat nach den Delphinen aber noch lange nicht genug von netten, schwimmenden Tierchen, daher fahren wir mit dem Auto noch nach „La Jolla Cave“, wo sich ganzjährig ein ganzer Robben-Kindergarten in einer geschützten Bucht die Sonne auf den Bauch brennen lässt oder im Wasser plantscht. Und tatsächlich liegen hier am Strand Flosse an Flosse bestimmt 100 Robben. Das schönste ist, man kommt wirklich ganz nah, bis auf fast einen Meter ran, lediglich eine über den Strand gespannte Leine sollte man nicht überschreiten, um die Tiere nicht zu stören.

Wir machen natürlich auch hier jede Menge tolle Fotos, steigen dann wieder ins Auto und wundern uns, was hier plötzlich so bestialisch stinkt.

Irgendwann bemerkt Alex dann so komische sandige Klumpen unter ihrem Schuh. Die noch dazu bestialisch stinken…. Äh ja, so ist das halt, wenn man am Robbenstrand in Robbenkacka tritt…. J

Nach dem gründlichen Schuheputzen 😉 verbringen wir den Rest des Nachmittags entspannt am Hotelpool – leider ist es immer noch ein bisschen trübe und frisch, aber man kann es aushalten.

Am Abend fahren wir dann nochmal ins Gaslamp Quarter und essen bei der „Karl Strauss Brewing Company“ (http://www.karlstrauss.com). Als Vorspeise bestellen wir uns zusammen eine Portion „Beer Pretzels“, Alex dann einen sehr leckeren Taboulé-Salat und Markus die Grilled Fish Tacos.

Gefahrene Meilen heute: 25

 

Tag 21 – 20.05.2014 – Shopping & Los Angeles

Heute verlassen wir San Diego und fahren dem letzten Ziel unserer Reise – Los Angeles – entgegen. Dort werden wir die restliche 3 Nächte bis zum Abflug nach Hause verbringen.

Da wir ja bisher noch keine Zeit und Lust für den Klamotten-Einkauf hatten, wir aber andererseits einen Tag weniger in Page waren als geplant, steht auf unserer Agenda heute also erstmal ganz oben Power-Shopping. Dafür haben wir uns die Outlet Mall „Ontario Mills“ ca. 1 Autostunde östlich von LA ausgedeutet. Von San Diego aus brauchen wir etwa eineinhalb Stunden auf der I15 Richtung Norden.

Dort angekommen, verschaffen wir uns zunächst mal einen Überblick, laufen von Laden zu Laden, vergleichen die Preise und schlagen dann gnadenlos zu. Besonders über unsere True-Religion-Jeans-Schnäppchen sind wir völlig aus dem Häuschen, in Deutschland kosten die Teile ein Vermögen. Mit vollen Taschen und glühender Kreditkarte machen wir uns schließlich auf die Weiterfahrt Richtung Los Angeles.

Als Unterkunft haben wir ein Motel zwischen Hollywood Boulevard und Sunset Boulevard gebucht (Super 8 Los Angeles Downtown; http://www.super8.com/hotels/california/los-angeles/super-8-los-angeles-downtown/hotel-overview). Klingt erstmal prima, also quasi „mittendrin statt nur dabei“ – ist es aber nicht 😀 Bis zu DEM Stück Hollywood, was man immer im Fernsehen zu sehen bekommt, sind es locker mal 3 km zu Fuß und bis kurz davor ist die Gegend auch ziemlich unspektakulär und runtergekommen. Das Motel übrigens auch… Zwar im Großen und Ganzen relativ sauber, aber eben einfach alt, verwohnt und ein bisschen muffig. Immerhin haben wir vom Zimmer aus einen direkten Blick auf das Hollywood Sign. Ist ja auch schon was wert 😉

Da wir ja in der Mall fast überhaupt keinen Meter gelaufen sind ;-), machen wir uns am Abend also auf den langen Weg auf dem Hollywood Boulevard Richtung Walk of Fame. Die ersten Sterne sind schon weit vor dem Bereich rund um das Kodak Theatre in den Bürgerstein eingelassen, aber ansprechend und nach Hollywood-Glanz sieht das alles nun gar nicht aus. Erst kurz vor dem berühmt-berüchtigten Straßenabschnitt ändert sich der Bodenbelag, die Sterne sind hier sauber und poliert, die Namen darauf immer bekannter und so langsam ähnelt das Original auch den Fernsehbildern.

Wir entscheiden uns zum Abendessen für‘s Hard Rock Café direkt am Walk of Fame; trinken vorher, um die Wartezeit auf einen Tisch zu überbrücken, noch einen leckeren Cocktail dort an der Bar und machen uns nach einem Fisch-Burger für Alex und einem normalen Burger für Markus und einem weiteren Cocktail wieder auf den langen Weg zurück zum Motel.

Gefahrene Meilen heute: 155