USA 2014

Woche 4

Tag 22 – 21.05.2014 – Los Angeles

Heute wollen wir uns mal ein paar Ecken im „beschaulichen“ LA anschauen. Man muss jedoch aufgrund der immensen Entfernungen und des permanenten Staus auf den Straßen viel Zeit einplanen. Allein der Fakt, dass man von unserem Motel den Sunset Boulevard gute 30 km bis zum Pazifik durchfahren kann und sich am Ende immer noch in LA befindet…

Das bescheidene Frühstück im Motel lassen wir lieber gleich ausfallen.

Stattdessen wollen wir uns den Walk of Fame nochmal bei Tageslicht anschauen, diesmal fahren wir allerdings mit dem Auto soweit wie möglich ran. Wir bummeln also ein bisschen hoch und runter, machen ein paar Fotos und frühstücken dann im mittlerweile liebgewonnenen Starbucks. Danach geht’s mit dem Auto weiter zum Griffith Park und anschließend zum Hollywood Schild für das obligatorische Beweisfoto. Der beste Punkt zum Fotografieren ist gar nicht so einfach zu entdecken, aber mit der perfekten Wegbeschreibung auf dem Schoß – gefunden im Internet – sind wir ruck zuck da.

Weiter geht‘s nun zur Walt Disney Concert Hall, die sich Alex unbedingt anschauen will, steht schließlich als Highlight im Reiseführer. Nachdem wir uns erstmal ordentlich verfahren, bis wir das Teil gefunden haben, gibt es hier nirgendwo eine Parkmöglichkeit. Außer dem Parkhaus. Was 10$ kostet. Auch wenn man nur ein paar Minuten drin steht…. Aber mangels Alternative fahren wir halt zähneknirschend rein. Naja, ob sich der Aufwand und das Geld lohnen, darüber lässt sich streiten, wirklich viel zu sehen gibt’s da nicht. Egal, dann fahren wir halt jetzt in Richtung Rodeo Drive, stellen das Auto erneut ab und bummeln ein bisschen durch die berühmte Einkaufsstraße von Beverly Hills. Das ist doch gleich viel interessanter. Vor allem der gelb-schwarze Bugatti Veyron mit dem Tiger-Airbrush auf der Motorhaube, der da am Straßenrand vor dem „House of Bijan“ parkt und dem verstorbenen Mode-Designer Bijan Pakzad gehörte. Und die ganzen anderen Luxusschlitten, die an uns vorbeirauschen. Und die feinen Damen, die aus den noch feineren Boutiquen stolzieren…

Zum Sonnenuntergang wollen wir am Pazifik sein, also fahren wir nach unserem Luxus-Bummel zum Santa Monica Pier. Wir flanieren ein wenig über den Pier und am Pazifik entlang. Wahnsinn, wie breit der tolle Strand hier ist.

Für’s Abendessen haben wir wieder mal die Qual der Wahl und landen am Ende einen echten Glückstreffer mit dem „Seasons 52“. Gelockt hat uns erstmal das Angebot über einen Wine Flight. Man bekommt 3 kleine Weine zum Probieren – wahlweise 3 rote oder 3 weiße, kann dann seinen Favoriten in normaler Größe nochmal bestellen und dazu gibt’s noch ein sensationell leckeres „Flatbread“ – der Boden wie beim Flammkuchen, der Belag wie bei einer Pizza und das ganze in Form eines langen Rechtecks. Das Brot ist schon für’s Auge ein Genuss und das alles zusammen für 12$ – echt genial. Nach einer kleinen Pause bestellen wir dann unser Hauptgericht und sind auch hier begeistert. Die Gerichte wechseln jede Woche, es werden nur saisonale Produkte verwendetet und kein Gericht hat mehr als 475 kCal. Alex entscheidet sich für eine Regenbogenforelle und Markus für Jakobsmuscheln auf Risotto. Anschließend kommt der überaus nette Kellner mit verschiedenen Nachtischen in kleinen Gläsern an den Tisch, erklärt jeden davon im Detail und lässt uns dann die schwere Wahl – was soll man sagen: schmeckt göttlich! Das ganze wird dann noch abgerundet durch einen fantastischen Blick auf den Pazifik inklusive Sonnenuntergang. Was will man mehr.

Gefahrene Meilen heute: 80

 

Tag 23 – 22.05.2014 – Santa Babara

Unser letzter Urlaubstag. Heute steht zum Abschluss ein Tagesauflug nach Santa Barbara auf dem Programm. Zunächst fahren wir aber nach Venice Beach zum Frühstücken, machen anschließend dort noch einen kurzen Spaziergang auf der Strandpromenade, bevor wir uns mit dem Auto auf den Weg am Pazifik entlang Richtung Norden machen.

In Santa Barbara angekommen, suchen wir uns erstmal den nächstbesten Walgreens, um uns mit günstigen Arnzeimitteln für Deutschland einzudecken. Inzwischen ist es auch schon wieder Zeit für einen Mittags-Snack, also geht’s zu „In-N-Out Burger”. Die Burger-Kette kennt Markus schon von früheren USA- Aufenthalten und Alex befindet sie nach dem Testessen auch als absolut genial. Es gibt nur 3 verschiedene Burger, die erst nach der Bestellung komplett frisch zubereitet werden. Selbst die Pommes werden vor Ort hergestellt.

Beim Verputzen unseres Burgers im Außenbereich werden wir noch Zeuge eines äußerst amüsanten Schauspiels.
Ein etwas älterer Herr, der kleidungstechnisch ausgestattet ist, als wäre er gerade für den Olympia-Marathon-Lauf unterwegs, ansonsten aber nicht besonders aus der Puste oder sonstwie abgekämpft aussieht, kommt an einen der freien Tische und fängt an sich zu dehnen. Ok, mal davon abgesehen, dass unsereins so eine Prozedur nicht unbedingt bei einem Burger-Restaurant am Tisch vor jeder Menge Zuschauern abhalten würde, ist das ja noch nicht soooo spektakulär. Seine Stretch-Übungen dagegen schon – das Ganze gleicht eher einer äußerst ausgedehnten, hingebungsvollen Pantomine-Vorführung, für die eigentlich gar keine Beschreibung zu finden ist. Jedenfalls zieht er für seine Show mittlerweile die Blicke von wirklich jedem der Anwesenden auf sich – von belustigt über stirnrunzelnd bis nach einfach nur kopfschüttelnd ist alles dabei. Als wir nach vielleicht einer halben Stunde gehen, hampelt er noch immer – und wenn er inzwischen nicht endlich losgelaufen ist, dann stretcht er sich noch heute vorm In-N-Out-Burger

Nach diesem beeindruckenden Schauspiel geht es nun aber nach Santa Barbara in die Innenstadt. Wir parken im Parkhaus und bummeln einige Zeit durch die wirklich nett anzuschauenden Straßen. Leider wird es auf einmal ziemlich schnell ziemlich dunkel und es fängt heftig an zu regnen. Wir überlegen noch, irgendwo in ein Café zu flüchten und abzuwarten, finden aber auf die Schnelle nichts Ansprechendes und laufen daher wieder zurück zum Auto.

Während Markus noch das Navi programmiert, hören wir plötzlich ein paar heftige, sehr sehr laute Schläge im Parkhaus. Es klingt irgendwie, als würde ein Auto eine Treppe hinunterpoltern. Am Ende tut es nochmal einen ordentlichen finalen Schlag. So sehr sich Alex auch den Hals verrenkt, zu erkennen ist erstmal nix. Bis plötzlich an irgendeiner Ecke weiter vorne Rauch aufsteigt. Wir starten dann also mal unser Auto, fahren Richtung Ausfahrt und sehen nun endlich die Quelle des Spektakels. Ein völlig demoliertes Auto, welches tatsächlich auch so aussieht, als wäre es eine Treppe heruntergedotzt….. Die Fahrerin des Wagens steht mit völlig irrem und wirrem Blick neben ihrem Schrottauto, während ein anderer Fahrer, dessen Wagen augenscheinlich auch was abgekriegt hat, sich irgendwie zu wundern scheint, was da wohl gerade schiefgelaufen ist. Das fragen wir uns allerdings auch…. Klang auf jeden Fall spektakulär. In Santa Barbara kann man echt was erleben.
Nur einen Tag später gibt es hier übrigens ein Attentat mit 6 Toten und 13 Verletzten…

Wieder in LA angekommen, machen wir uns ein wenig frisch und fahren dann in den Stadtteil Glendale, um unser letztes Abendessen standesgemäß in einem Outback Steak House einzunehmen. Natürlich gibt es als Vorspeise die obligatorische berühmt-berüchtigte Bloomin’ Onion – die alleine würde schon als komplette Mahlzeit durchgehen. Daher stellt Alex bei der Hauptspeise die Belegschaft auch hier mal wieder vor eine ganz neue Herausforderung: zum gewünschten Steak gehören eigentlich zwei Beilagen nach Wahl. Ist ihr aber nach der Riesen-Zwiebel ein bisschen zuviel und sie wünscht sich daher nur eine Beilage, nämlich einen Salat. Das geht nun aber entschieden gegen die Outback-Ehre und man fragt hundert Mal nach, ob nicht wirklich noch was dazu soll, schließlich gehört das doch so. Aber Alex bleibt hart.

Da hat sie die Rechnung allerdings ohne den Kellner gemacht. Der bringt dann zum Steak und Salat nämlich einfach noch eine ordentliche Portion Pommes mit. Das muss so. Punkt. 🙂

Im Motel packen und sortieren wir dann schon mal ein paar Sachen für die morgige Abreise, bevor wir müde ins Bett fallen.

Gefahrene Meilen heute: 230

 

Tag 24 – 23.05.2014 – Heimreise

Nun heißt es endgültig Abschied nehmen. Wir packen unsere sieben Sachen, räumen das Auto, in dem wir uns über die 3 Wochen quasi häuslich eingerichtet hatten, soweit aus und auf und machen uns auf den Weg zum Flughafen. Die Rückgabe des Wagens geht trotz größerem Andrang relativ zügig von statten. Jetzt nur noch mit dem Bus-Shuttle zum Terminal, in der Lounge was frühstücken und warten, dass es losgeht.

Auf unserem heutigen Rückflug müssen wir uns „leider“ mit der Business-Class begnügen – was natürlich immer noch ein immenser Luxus gegenüber der Holzklasse ist – wenn uns da nicht Miss Piggy dazwischen gekommen wäre. Zunächst aber amüsieren wir uns kurz nach dem Einsteigen köstlich über einen jungen Mann vor uns in der Sitzreihe, dessen Herkunft wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht eindeutig festlegen können – wir tippen irgendwas südamerikanisches oder so. Der hat eine große Pizzaschachtel vor sich auf dem Schoß und futtert genüsslich seinen belegten italienischen Teigfladen…. Und kurz bevor wir starten, darf die nette Flugbegleiterin seinen Pizzakarton dann noch entsorgen. Sie amüsiert sich genauso wie wir und merkt noch kurz an, dass ihr sowas auf all ihren Flügen wirklich noch nie passiert ist.

Nun zurück zu Miss Piggy: hierbei handelt es sich um eine weitere Flugbegleiterin, die eine für ihre Tätigkeit eher ungewohnte Körperfülle mitbringt und in Kombination mit ihrer blonden Haarpracht und dem runden Gesicht eben ziemlich an Miss Piggy erinnert – was an sich ja noch kein Verbrechen ist. Allerding trampelt – und mit Trampeln meinen wir auch Trampeln – Miss Piggy den gesamten Flug über im 5-Minuten-Takt an uns vorbei ins Cockpit und wieder zurück, um den Piloten ein komisch aussehendes geheimnisvolles Kaffeegebräu zu bringen.

An ein bisschen Schlaf ist bei dieser Geräuschkulisse gar nicht zu denken.

Gefahrene Meilen heute: 15

 

Tag 25 – 24.05.2014 – Ankunft zu Hause

Unser Pizza-Esser hat sich die vergangenen Stunden seinen Sitznachbarn auch nicht gerade zum Freund gemacht – ständig hat er rumgehampelt, wollte raus, wieder rein, wieder raus – und musste somit ständig über den armen Kerl neben ihm klettern, der sich seinen Sitz in die Schlafposition gestellt hatte. Aber der Höhepunkt kommt kurz vor der Landung: Pizza-Man legt erstmal einen zünftigen Halb-Strip hin und reckt und streckt sich dann mitten im Gang mit entblößtem Oberkörper den Schlaf aus den eingeschlafenen Gliedern. Wir sind sprachlos.

Ankunft in Frankfurt. Der Flieger setzt kaum auf der Landebahn auf, da hat Pizza-Man sein Handy am Ohr und kündigt vermutlich seine Ankunft im breitesten Russisch und in gehöriger Lautstärke dem Mensch am anderen Ende der Leitung an – ok, da lagen wir herkunftstechnisch voll daneben, aber jetzt wird uns natürlich alles klar 😉 Irgendwann steht der Flieger dann auch auf seiner Parkposition und wir dürfen raus.

Als wir uns im Parkhaus ins Auto setzen, stimmt hier irgendwas nicht – wo ist denn die lange Schnauze hin? Alles so klein hier…! Und überhaupt, im Parkhaus ist es eng und auf den deutschen Straßen auch – da müssen wir uns erstmal wieder dran gewöhnen. Aber jetzt ab nach Hause mit den Erinnerungen an einen wunderbaren Urlaub im Gepäck J