Südafrika 2015

Woche 2 

Tag 8 – 22.10.2015 – Kruger National Park

Nach einem schnellen Frühstück mit Kaffee und Muffins machen wir uns zeitig auf den Weg – mit grober Hauptrichtung Lower Sabie Rest Camp – und entscheiden unterwegs immer ganz spontan aus dem Bauch heraus, ob wir einen Loop nehmen, auf einen anderen Hauptweg abbiegen oder einfach auf der Straße bleiben, wo wir gerade sind. Markus fährt, Alex „scannt“ die Landschaft mit dem Fernglas nach wildem Getier ab. Und so entdecken wir auch heute wieder jede Menge Elefanten, Giraffen, Antilopen, Springböcke, Löwen und als Höhepunkt des Tages sogar 2 Leoparden – gut getarnt im Baum vor sich hin dösend. Genial, wir sind zur rechten Zeit am rechten Ort![ngg_images image_ids=“1001″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]

Am Orpen Dam, einem Aussichtspunkt, wo man auch aussteigen darf, machen wir eine kurze Rast und können ganz nebenbei noch das Rätsel des Gebrülls der letzten Nacht lösen: unter uns im Fluss erklingt nämlich plötzlich genau die gleiche eindrucksvolle Geräuschkulisse. Und diese stammt von einer ganzen Horde Flusspferde, die sich da im trüben Wasser tummeln….. na, da hätten wir natürlich auch von selbst drauf kommen können.

[ngg_images image_ids=“1019″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Nach einem langen, erlebnisreichen Tag kreuz und quer auf den Straßen des mittleren Kruger-Parks erreichen wir am späten Nachmittag dann das Lower Sabie Rest Camp, wo wir eine Bungalow-Hälfte direkt in erster Reihe am Fluss gebucht haben. Die Bungalows sind wesentlich komfortabler und geräumiger als im Olifant Camp – dafür ist die Aussicht nicht ganz so spektakulär. Wir besorgen uns im Camp-Laden unseren üblichen Sundowner und können von unserer Terrasse aus nicht nur den Sonnenuntergang, sondern auch den Blick auf ein paar Krokodile und eine kleine Elefantenherde genießen, die direkt vor uns am Fluß auftauchen. Traumhaft schön!

 

Zum Abendessen bleibt uns auch hier wieder nur das Mugg & Bean’s Restaurant – aber zumindest werden wir hier wesentlich freundlicher bedient und das Essen ist auch einen Ticken besser.

Tag 9 – 23.10.2015 – Kruger National Park & Swaziland

Heute Morgen wollen wir noch etwas den südlichen Teil des Parks erkunden, bevor wir am Mittag Richtung Swaziland weiterfahren. Im Vergleich zum mittleren Teil sichtet man hier noch wesentlich häufiger Tiere – leider aber auch wesentlich häufiger Touristen. Gerade auf dem letzten Abschnitt in Richtung Malelane Gate wimmelt es nur so von Reisebussen und am Parkeingang stehen die Autos Schlange.

Trotzdem lohnt sich die Ausfahrt auch heute wieder für uns: ein dickes Hippo direkt vor uns auf der Straße, die üblichen Antilopen in allen Variationen, Giraffen und Elefanten, Löwen und Affen, einen Wildhund (auch direkt vor uns mitten auf der Fahrbahn) – und als Krönung des heutigen Tages noch zwei Geparden.

[ngg_images image_ids=“1035″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left][ngg_images image_ids=“1037″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Im Balule Reservat haben wir vergebens nach einem Leopard gesucht – dann hätten wir die Big 5 dort voll gehabt. Hier im Kruger fehlt uns zu den großen 5 leider nur noch das Nashorn. Schade, wir sind mittlerweile kurz vorm Parkausgang, also wird daraus wohl auch nichts mehr werden. Kurzentschlossen biegen wir noch zu einem letzten Loop ab – und entdecken plötzlich etwas großes Graues zwischen dem Gestrüpp. Ist das etwa….??? Tatsächlich – da läuft ein Prachtexemplar von Rhino (es ist ein Spitzmaulnashorn, wie schon im Balule Reserve) direkt parallel zur Straße geradewegs auf eine Wasserstelle zu. Genial, außer uns ist kein anderes Auto hier und so haben wir am Wasserloch freie und beste Sicht auf das Nashorn. Wir freuen uns wie Bolle, denn es ist absolut keine Selbstverständlichkeit in nur 2 Tagen die Big 5 zu sehen und dazu noch 2 Geparden und einen Wildhund. Total happy machen wir uns nun endgültig auf den Weg zum Parkausgang – und können unser Glück kaum fassen, als wir nach ein paar Metern nochmal zwei Prachtexemplare von Nashörnern – diesmal sogar Breitmaulnashörner – an einem kleinen Wasserloch entdecken.

Besser hätte unser Abschied aus dem Kruger-Park nicht laufen können!

[ngg_images image_ids=“1040″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Über das Malelane Gate fahren wir nun auf der R570 zum Grenzübergang Jeppes Reef. Die Prozedur, um nach Swaziland einzureisen, ist schon sehr speziell und äußerst spaßig:

  • zunächst bekommt man eine Art Laufzettel, mit einer groben Beschreibung was zu tun ist, in die Hand gedrückt
  • erster Punkt auf der to-do-Liste: Auto parken
  • dann ins Grenz-Büro gehen, Zettel und Pass vorlegen und Stempel erhalten
  • ein paar Meter weiterfahren, Zettel wieder abgeben
  • Auto wieder parken
  • erneut in ein Büro gehen, die Pässe abgeben, Formulare stempeln lassen und die Straßensteuer von 50 Rand bezahlen
  • ins Auto steigen, losfahren und ein paar Meter weiter an der Schranke warten, bis diese von einem halbblinden, zahnlosen alten Mann per Hand hochgekurbelt wird
  • SCHON FERTIG!

[ngg_images image_ids=“1041″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Nun kann’s ja endlich weitergehen. Wir nehmen die MR1 und MR3 über Piggy’s Peek. Die Umgebung ist sehr dicht bewaldet und lebt von der Holzindustrie. Ansonsten fühlt man sich hier teilweise wirklich ins tiefste Afrika versetzt.

Die Mvubu Falls Lodge im Ezulwini Valley ist unsere Unterkunft für die kommende Nacht. Man fährt von der Autobahn ab und landet nur wenige Meter weiter in dichtem Grün irgendwo im nirgendwo. Die Lodge ist sehr schön in die Umgebung eingebettet und wird von einem netten belgischen Geschwisterpaar, das vor über 20 Jahren ausgewandert ist, geführt. Am Abend genießen wir leckeren Fisch auf der Terrasse des zur Lodge gehörenden Restaurants und kommen mit der Gastgeberin ins Gespräch. Sie gibt uns ein paar gute Strecken-Tipps für die Weiterfahrt am nächsten Tag und rät uns dringend, vorher unbedingt noch das Cultural Village im Valley zu besuchen.

 

 

Tag 10 – 24.10.2015 – Swaziland & St Lucia

[ngg_images image_ids=“1045″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Nach dem Frühstück verabschieden wir uns herzlich von unserer netten Gastgeberin und machen uns auf den kurzen Weg zum Village. Zunächst stellen wir unser Auto auf dem Parkplatz ab und laufen ein Stück zu einem netten Wasserfall. Anschließend erhalten wir für rund 100 Rand Eintritt eine fast private Führung – nur ein junges Paar aus Holland ist noch mit von der Partie – durch ein original Swazi Dorf mit allerlei amüsanten Informationen über das Leben der Swazis. So erfahren wir beispielsweise, dass Frauen im Gegensatz zu den Männern kein Hirn, keine Füße oder die Zunge des Rindes essen dürfen. Der Grund: essen die Frauen das Hirn, könnten Sie klüger werden als ihre Männer. Essen sie die Füße, könnten Sie ihren Männern weglaufen. Essen sie die Zunge, könnten sie am Ende einfach zu viel reden 🙂 Das möchte natürlich keiner 😉 Wir erfahren außerdem noch, wer mit wem wann in welcher Hütte zusammenleben darf, welche Hütten für das Kochen vorgesehen sind, wie die Swazis in ihren Hütten schlafen, dass die Swazi-Männer selbstverständlich viele Frauen haben dürfen und wer diese Frauen dann übernimmt, falls das Oberhaupt stirbt. Alles in allem ein äußerst kompliziertes Regelwerk bei den Swazis.

[ngg_images image_ids=“1047″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Nach der wirklich interessanten Besichtigungstour erwartet uns nun noch eine Folkloreaufführung von Swazis in traditionellen Kostümen und zu entsprechender Musik und Trommelklängen.

Gleich danach verlassen wir das Village und fahren weiter durch das Tal wieder zur MR1. Wie von der Gastgeberin der Lodge empfohlen, wollen wir nicht den Weg über Big Bend nehmen, sondern über die MR9. Das ist aber erst mal leichter gesagt als getan, da die Abfahrten von der Autobahn rund um Mazini keinen Millimeter ausgeschildert sind. Man sieht zwar, dass es Abfahrten gibt, aber wohin die führen? Muss man raten. Wir irren zunächst ein bisschen hilflos durch die Gegend, entscheiden uns dann aber irgendwann mit gutem Instinkt für die richtige Abfahrt – was sich allerdings erst nach einigen Kilometern herausstellt – Glück gehabt. Über eine gut ausgebaute Höhenstraße mit vielen verschlafenen kleinen Ortschaften, die überwiegend aus Bauernhöfen bestehen, erreichen wir schließlich die Grenzstadt Lavumisa.

Nun steht uns wieder die lustige Prozedur mit dem Laufzettel bevor, nur halt diesmal in umgekehrter Richtung. Zunächst für die Ausreise aus Swaziland, dann für die Einreise nach Südafrika. Aber wir haben ja gestern geübt und so bringen wir das ganze routiniert und schnell hinter uns. Weiter geht’s ein kurzes Stück Landstraße zur N2, welche dann gut ausgebaut aber sehr unspektakulär Richtung Durban führt. Um nach St. Lucia zu gelangen, fahren wir dann auf die R618 ab, und erreichen nach weiteren 15 km  die Lodge Afrique in St. Lucia. Unsere Wahl entpuppt sich als absoluter Glückstreffer, die Lodge ist traumhaft schön, die Zimmer sind äußerst geschmackvoll, großzügig und gemütlich eingerichtet und der Gastgeber Johann ist die Herzlichkeit in Person. Nach den ereignisreichen aber auch ein wenig anstrengenden letzten Tage freuen wir uns darauf,  hier jetzt erst mal für 3 Nächte ein wenig ausspannen zu können. Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt und noch ein bisschen relaxed haben, machen uns nach Rücksprache mit Johann (der uns versichert, dass man sich in St. Lucia bedenkenlos auch im Dunkeln sicher fühlen kann) gemütlich zu Fuß auf den Weg in die McKenize Street, die  Hauptstraße von St. Lucia, wo sich neben Tankstelle, Supermarkt und Verkaufsständen ein Restaurant an das nächste reiht. Für heute Abend entscheiden wir uns für das Reef & Dune – und bereuen es nicht. Wir ordern frischen Klipfish und eine Seafood Platter und lassen den Tag bei einem Gläschen Südafrika-Wein (was sonst?) ausklingen.

Tag 11 – 25.10.2015 – Wetland Park

[ngg_images image_ids=“1052″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Heute morgen, noch vor dem Frühstück, steht erst mal eine Runde Joggen auf unserem Programm. Die Strecke macht Spaß, wir laufen zunächst ein Stück auf der Straße Richtung Flussufer und dann parallel dazu auf dem St.-Lucia-Boardwalk direkt an einer Horde Nilpferde vorbei, und weiter zum Strand. Von dort geht es wieder auf der wenig befahrenen Straße zurück zur Lodge. Nach dem gemütlichen Frühstück gibt uns Johann noch ein paar Tipps für unseren später geplanten Besuch im Wetland Park und stattet uns zusätzlich mit Flossen und Schnorcheln aus, denn der Strand am Cape Vidal soll traumhaft und das Wasser glasklar sein. Normalerweise. Aber der Reihe nach. Wir machen uns also auf den Weg, sind ein bisschen spät dran und hoffen daher, dass wir überhaupt noch in den Park reinkommen – denn die Anzahl der Besucher ist streng reguliert. Aber wir haben Glück und nach der üblichen Prozedur am Park-Gate lassen wir uns wieder wie im Kruger-Park nach Bauchgefühl treiben – mal auf einen Loop – mal auf dem Hauptweg – aber immer Richtung Cape Vidal. Dennoch ist die Ausbeute an Tiersichtungen ziemlich bescheiden – wir müssen allerdings auch zugeben, dass wir heute nicht so die rechte Lust haben, ausdauernd und konzentriert Ausschau zu halten. Und wenn dann doch mal ein paar Zebras oder Antilopen am Straßenrand auftauchen – gäääähn, haben wir ja schon haufenweise im Kruger gesehen, heute ist uns einfach eher nach Sonne, Strand und Meer. Das finden wir dann auch vor, als wir Cape Vidal schließlich erreichen – das einzige Problem: es wird immer windiger. Sehr windig. Fast schon stürmisch. Egal, da müssen wir jetzt durch. Der Strand ist tatsächlich ein Traum, die Sonne brennt trotz Wind vom strahlend blauen Himmel und wir versuchen, uns irgendwie mit unseren Handtüchern „häuslich“ einzurichten, ohne dass uns gleich alles um die Ohren fliegt. Also erstmal ins Wasser! Die Temperatur ist absolut angenehm, nur leider ist das Meer durch den starken Wind dermaßen aufgewühlt, dass wir nicht viel weiter als bis zur Hüfte reinkommen – alles andere ist uns zu gefährlich, die Wellen zu hoch, die Strömung zu stark. Das mit dem Schnorcheln können wir also auch vergessen – schade eigentlich. Nachdem wir permanent sandgestrahlt werden und die Flucht in eine weiter hinten gelegene Sandkuhle leider auch nicht viel bringt, packen wir relativ zeitig wieder unsere Sachen zusammen, befreien uns auf dem Parkplatz von gefühlten 5 kg Sand auf der Haut und machen uns wieder auf den Rückweg. Den Rest des Nachmittags verbringen wir gemütlich am Pool.

[ngg_images image_ids=“1053″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Bevor wir uns zum Abendessen fertig machen, kommen wir noch mit einem netten deutschen Ehepaar, die den Bungalow gegenüber von uns bewohnen, ins Gespräch und quatschen uns fast fest. Jetzt aber schnell unter die Dusche (wobei nochmals mindestens weitere 5 kg Sand durch den Abfluss fließen) und dann los, wir sind hungrig! Auch die beiden anderen wollen sich gerade auf den Weg ins Zentrum machen und so beschließen wir spontan, einfach gemeinsam zum Essen zu gehen. Wir testen heute das Ocean Basket und verbringen einen ausgesprochen schönen und lustigen Abend mit dem Paar aus dem Ruhrgebiet – mit hervorragendem Essen und reichlich leckerem Wein. Am Ende sind wir die letzten Gäste und müssen von den Angestellten fast rausgekehrt werden. Auf dem Rückweg erspäht Alex nur ein paar Meter von uns entfernt in einer Seitenstraße noch ein dickes Hippo, das in aller Seelenruhe den saftig grünen Rasen vom Grundstück mampft. Eine völlig normale Sache für die Einwohner von St. Lucia (nicht umsonst stehen hier überall die „beware of Hippos by night“-Straßenschilder) – aber für uns Touris natürlich geradezu spektakulär! Vor allem unsere beiden aus dem Ruhrgebiet sind völlig aus dem Häuschen, denn die haben ihre Südafrika-Rundreise in Kapstadt begonnen, und daher die „wilden Tiere“ in den nächsten Tagen erst noch vor sich.

Tag 12 – 26.10.2015 – St Lucia

[ngg_images image_ids=“1054″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Der heutige Tag empfängt uns zwar warm – aber wolkenverhangen und grau. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns noch von unseren neuen Bekannten, die heute in Richtung Kruger Park aufbrechen. Wir haben eigentlich vor, nochmal zum Sonnenbaden an den Strand in St. Lucia zu gehen – aber wenn keine Sonne da ist, macht das nicht sooo viel Sinn. Also besuchen wir am Vormittag das Crocodile Center, das sich kurz vorm Eingang des Wetland Parks befindet. Naja, vielleicht lohnenswert mit Kindern, ansonsten eher nach dem Motto: kann man machen, muss man aber nicht….

Gleich anschließend fahren wir wieder zurück zur Lodge. Ein bisschen Bewegung wäre auch nicht verkehrt, aber unseren Versuch, wenigstens mal eine Runde bis zum Strand zu spazieren, geben wir an der nächsten Straßenecke schon wieder auf – inzwischen regnet es in Strömen und wir sind nach wenigen Schritten völlig durchnässt. Also machen wir’s uns eben auf der überdachten Terrasse vor unserem Bungalow gemütlich und verbringen die Zeit mit Lesen und Nichtstun – auch mal schön.

Und wenn Markus gerade nix besseres zu tun hat, fängt er halt an, das Internet zu durchstöbern und findet ganz nebenbei noch freie First Class Flüge für den Heimflug….. und schon ist er in seinem Element und bastelt per Telefon mit der Lufthansa unseren Rückflug um 🙂

Am Abend gehen wir zum Essen ins „Braza“. Das Restaurant befindet sich zwar im gleichen Gebäude wie das Ocean Basket,  es gibt aber eine eigenständige Speisekarte. Allerdings kann man sich wohl auch Gerichte aus der Karte vom Ocean Basket bestellen. Vielleicht ist es der gleiche Betreiber. Wie auch immer – das Essen schmeckt auch an diesem Abend wieder ausgesprochen lecker.

Tag 13 – 27.10.2015 – Flug nach Port Elizabeth

Gegen 5 Uhr ist heute die Nacht schon vorbei. Schließlich wollen wir unseren Flug von Durban nach Port Elizabeth nicht verpassen und kalkulieren genügend Zeit für alles mögliche ein – man weiß ja nie. Den Weg über die R618 und die teilweise mautpflichtige N2 legen wir allerdings ohne Probleme zügig zurück uns so kommen wir schon gegen 8.30 am King Shaka International Airport von Durban an. Wir fahren zur Mietwagenrückgabe und sind schon gespannt, was uns bezüglich der total zerkratzten Tür des Autos erwartet. Der Mitarbeiter von Hertz geht zweimal mit ernstem Gesicht ums Auto, grinst sich dann einen Wolf, als er die alte Kriegsverletzung aus dem Kruger Park sieht und bescheinigt uns anschließend: alles o.k.!!! Äh, jaaaa. Wenn er das sagt?! 😉

Das Flughafengebäude wirkt sehr modern, was nicht verwundert, denn es wurde erst zur WM 2010 eröffnet. Das Einchecken und der Security-Check im oberen Geschoss verläuft zügig und problemlos. Zu unserer Überraschung gibt es sogar eine Star Alliance Lounge. Also nichts wie hin und erst mal frühstücken….

Über den Flug selbst gibt es nichts Besonders zu berichten, außer dass der Flieger gefühlt zur Hälfte mit einer Studiosus-Reisegruppe (Altersdurchschnitt 70 +) besetzt ist, von der wir in den nächsten Tagen auf der Garden Route regelrecht „verfolgt“ werden – aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt ja glücklicherweise noch nicht. Und bevor sich jetzt hier irgendjemand auf die Füße getreten fühlt – wir meinen das nicht abwertend oder böse, und jeder kann und soll seinen Urlaub so verbringen, wie er es mag – aber für uns ist es die Horrorvorstellung schlechthin, mit 30 anderen Urlaubern im Gänsemarsch einem Regenschirm- oder Schildchen-schwingenden Führer  hinterher zu trotten und ein straff durchorganisiertes Programm abspulen zu müssen. Da kommt uns so eine „STUDIOSUS“-Reisegruppe gerade recht, um das Klischee in unserem Kopf voll und ganz zu bedienen 😉

[ngg_images image_ids=“1057″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Nach eineinhalb Stunden landen wir jedenfalls sicher in Port Elizabeth auf dem Vorfeld, von dort geht es zu Fuß zum Terminal. Unser Gepäck ist zügig da, jedoch hat der Koffer von Alex plötzlich Schlagseite – eine der Rollen ist verschwunden und fliegt jetzt wohl in Zukunft im Frachtraum kreuz und quer durch Afrika. 😉 Also erstmal zum Schalter und eine Schadensanzeige aufgeben. Zunächst macht man uns den Vorschlag, den Koffer vorübergehend gegen einen anderen aus dem Fundus zu tauschen, um den von Alex inzwischen zu reparieren. Da wir ja aber nicht an einem Ort bleiben, und es daher schwierig wird, wieder an unseren Koffer zu kommen – Alex außerdem auch keine Lust hat, ihren ordentlich gepackten Koffer komplett umzupacken – sichert man uns zu, dass wir den Koffer auch später in Frankfurt an einem Star Alliance Schalter zur Reparatur abgeben können.

 

Wie sich später in Frankfurt herausstellt, sind die bürokratischen Hürden und der Aufwand jedoch höher als die Kosten, die Rolle selbst zu ersetzen. Samsonite hat uns auf Anfrage einfach kostenfrei eine neue Rolle nach Hause geschickt, die wir ganz schnell selber montieren konnten.

Für den Rest dieser Reise müssen wir nun jedoch mit den Gleichgewichtsproblemen des Koffers zurechtkommen und die Gepäckträger im Hotel immer vorwarnen. 😉

Weiter geht es nun zum Mietwagenschalter von Hertz. Hier wird uns aber erstmal mitgeteilt, dass der Wagen noch nicht fertig ist, schließlich seien wir zu früh. Stimmt – kurz vor unser Abreise wurde der Flug um ca. 1,5 Stunden vorverlegt und wir haben nicht daran gedacht, dies der Mietwagenfirma mitzuteilen. Allerdings rechnet ja auch keiner damit, dass hier so ein Mangel an Autos herrscht.

[ngg_images image_ids=“1059″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Doch allzu lange müssen wir dann doch nicht mehr warten, bis wir den Ford Fiesta übernehmen können und machen uns auf den Weg zu unserem gebuchten Hotel – das Radisson Blu im Stadtteil Summerstrand. Auf der Fahrt bemerken wir bereits, dass trotz strahlend blauem Himmel ein heftiger Wind über die Stadt hinwegzieht. Aufgrund unserer verfrühten Ankunft ist natürlich auch unser Zimmer noch nicht verfügbar. Also laden wir wenigstens schon mal die Koffer aus dem Auto, übergeben sie der Obhut des Hotels und fahren wieder zurück in die Stadt. Ziel ist das Donkin Reserve, der Zentralplatz der Stadt. Dort steht neben der Memorial Pyramide seit 1861 auch ein Leuchtturm. Wir bummeln ein bisschen über den Platz, schauen uns die alten Gebäude an und halten nebenbei Ausschau nach einer Gelegenheit für einen kleinen Snack – können aber weit und breit absolut nix entdecken. Da auch der heftige Wind immer unangenehmer und stärker wird, beschließen wir, wieder Richtung Hotel zu fahren und im direkt am Meer -schräg gegenüber unseres Hotels – gelegenen „Something Good Roadhouse“ ein spätes Mittagessen einzunehmen.

Nun aber endgültig zurück zum Hotel, denn inzwischen sollte auch unser Zimmer fertig sein. Vor dem Hotel entdecken wir übrigens einen großen Reisebus mit dem „STUDIOSUS“-Schild in der Windschutzscheibe – und im Foyer die dazu passende Reisegruppe aus dem Flieger 🙂

[ngg_images image_ids=“1061″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Da Markus beruflich oft bei Radisson übernachtet, bekommen wir dank seines Status normalerweise ein Upgrade vom Standardzimmer auf die nächstbeste Zimmerkategorie. Daher sind wir zunächst ein wenig enttäuscht, dass man das hier scheinbar nicht berücksichtigt hat. Markus fragt also nochmal freundlich nach, aber die nette Dame am Empfang erklärt uns, dass sie voll ausgebucht wären und daher leider kein Upgrade möglich sei. Dann überlegt sie nochmal kurz, wirft einen Blick auf ihren Monitor, entschuldigt sich für einen Moment und kommt mit einem breiten Grinsen wieder zurück. Sie könnte uns da doch für die eine Nacht noch die „One Bedroom Suite“ im 18. Stock mit 83 qm und einem gigantischen Blick auf den Strand und den Indischen Ozean anbieten – ob das ok für uns wäre??!! Aaaaah, wie geil ist das denn – einmal im Leben in die Suite – wir fühlen uns fast wie Mr. & Mrs. President! Man kommt in einen langen Flur mit Gäste-WC, biegt dann ab in ein großen Wohnbereich mit Esstisch, Couch, großem Flachbildschirm und Bang & Olufsen-Anlage sowie einer kleinen Küchenzeile; dahinter ein großes Schlafzimmer – ebenfalls mit großem Flachbildschirm – das offen in den riesigen Badbereich mit freistehender Wanne und großer Waschtischzeile übergeht. Um die Ecke befindet sich ein abgetrennter Bereich mit großer luxuriöser Dusche und WC. Phänomenal, eigentlich dürften wir das Zimmer heute gar nicht mehr verlassen… 😉

Doch es ist erst früher Nachmittag, die Sonne scheint, und da wir irgendwie keine große Lust haben, nochmals in die Innenstadt von Port Elizabeth zu fahren, entscheiden wir uns, an der Strandpromenade eine Runde Joggen zu gehen. Nur haben wir natürlich wieder die Rechnung ohne den verdammten Wind gemacht. Nicht nur, dass wir kaum voran kommen, wir werden vom aufgewirbelten Sand auch noch massiv sandgestrahlt. Das ist sowas von unangenehm, tut teilweise richtig weh und macht sich in den Augen auch nicht so gut. Nach rund 6 km, die wir leider überhaupt nicht genießen können (dabei ist die Strecke eigentlich wunderschön) haben wir die Nase endgültig voll und flüchten zurück in unsere Luxusbude.

Vor dem Abendessen – der Wind hat jetzt zumindest ein kleines bisschen nachgelassen – machen wir zu Fuß noch einen Abstecher zum Boardwalk Casino & Entertainment World Complex. Naja, kann man machen, muss man aber nicht – sieht alles etwas in die Jahre gekommen aus. Wir decken uns am Automaten noch mit etwas Bargeld ein und landen dann im „De Kelders Restaurant“ unweit unseres Hotels. Das Restaurant wirkt auf den ersten Blick etwas altbacken mit einem tavernenhaften, aber doch irgendwie gemütlichen Interieur. Das Essen entpuppt sich dagegen als echter Gaumenschmauß und gehört mit zum Besten, was wir auf unserer Reise genießen durften. Ein kleiner Auszug unseres Menüs: Springbok-Carpaccio, Garnelen, Seezunge, dreierlei Wild (Warzenschwein, Kudu und Springbok) und Malvenpudding zum Dessert. Und natürlich Wein. Guten Wein. Viel Wein. 😉

Tag 14 – 28.10.2015 – Garden Route

[ngg_images image_ids=“1062″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left]Nach dem Frühstück müssen wir aus unserem schönen Zimmer schon wieder ausziehen und verlassen Port Elizabeth über die N2 Richtung Westen mit Ziel Garden Route. Unser erster Stopp ist die Storms River Bridge in der Tsitsikamma-Sektion der Garden Route. Hierzu biegt man nach dem Überqueren der 120m hohen und fast 190m langen Brücke rechts auf die Rastanlage ab. Von dort führen dann ein paar Stufen zu Aussichtspunkten, von denen man die Brücke sehr gut sehen und fotografieren kann.

Der zweite Stopp erfolgt nur 2 bis 3 km später wieder auf der rechten Seite. Vom Parkplatz führt ein Wanderweg zum „Big Tree“, ein imposanter Yellowwood Baum von 36 Meter Höhe. Von hier gehen noch 2 weitere Wander-Rundwege weiter, und da im Reiseführer davon in höchsten Tönen geschwärmt wird, und wir ja nicht nur im Auto sitzen möchten, entscheiden wir uns für eine kleine Wanderung auf dem Yellow Trail. Wir teilen die Reiseführer-Meinung allerdings ganz und gar nicht, der Weg ist völlig unspektakulär bis stinklangweilig – es gibt weder besondere Ausblicke noch sonst irgendetwas sehenswertes – es ist einfach nur ein Trampelfpad durch den Wald, der sich zieht wie Kaugummi. Die Zeit sollte man sich sparen und besser später noch am Storms River Mouth nutzen.

[ngg_images image_ids=“1064″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=left][ngg_images image_ids=“1073″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Nachdem wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder den Parkplatz erreichen, wo wir direkt in die Arme unserer altbekannten STUDIOSUS-Reisegruppe laufen, haben wir es eilig ins Auto zu kommen und unser nächstes Ziel anzusteuern. Nach ein paar weiteren Kilometern auf der N2 zweigt links die Straße zum Storms River Mouth ab. Es ist etwas schwierig, am Storm River Restcamp – von wo der Wanderweg zu den bekannten Hängebrücken startet – einen der wenigen Parkplätze zu ergattern, so dass wir die Zubringerstraße wieder ein Stück zurückfahren und dort an einer kleinen Parkbucht das Auto abstellen. Aber die paar Meter mehr Fußweg schaden ja auch nicht. Der Wanderweg selbst ist kein Vergleich zu unserem öden Waldweg von vorhin – die Ausblicke auf das Meer und die Flussmündung sind traumhaft schön und absolut lohnenswert. Wir folgen dem Trail bis über die Hängebrücken, bevor wir umkehren um uns auf der Terrasse des Cattle Baron-Restaurants, das sich gleich neben dem Restcamp befindet, zum Mittagessen niederzulassen. Anschließend wandern wir noch ein Stück auf dem schönen Blue Duiker Trail, der quasi direkt an unserem Autoabstellplatz startet, allerdings in etwas verkürzter Variante, denn die Zeit läuft uns ein wenig davon – ein Grund mehr, sich nochmal über die sinnlose Wanderung am Vormittag zu ärgern 🙂

[ngg_images image_ids=“1080″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_singlepic“ w=240 h=160 float=right]Wir setzen unsere Fahrt fort und machen zu guter Letzt noch einen Stopp an der größten Brücke Afrikas, der berühmt-berüchtigten Bloukrans River Bridge. Von hier kann man sich mit Hilfe eines professionellen Anbieters aus 214 Metern Höhe am Gummiseil in den Abgrund stürzen. Danke, aber nichts für uns – wir begeben uns lieber zur Aussichtsplattform, mit direktem Blick auf Brücke und Absprungplattform – haben allerdings Pech, dass gerade kein wagemutiger Springer am Start ist. Trotzdem schießen wir flugs ein paar schöne Fotos von dem imposanten Bauwerk und flüchten uns dann vor der heute gnadenlosen Hitze ins klimatisierte Auto, um uns auf den direkten Weg nach Plettenberg Bay zu machen, wo wir die nächsten 3 Nächte verbringen werden.

Dort angekommen werden wir von Fren und ihrem Mann – unseren Gastgebern – herzlich empfangen und auf unser Zimmer gebracht. Von unserer Dachterrasse haben wir einen herrlichen Blick auf den Indischen Ozean – das macht sofort Lust auf eine kleine Abkühlung und so bewaffnen wir uns mit Badesachen und Handtüchern und lassen den Nachmittag gemütlich am nur wenige Gehminuten entfernten Strand ausklingen.

Zum Abendessen spazieren wir etwa 10 Minuten zum „Off the Hook“ – ein einfaches Fisch-Restaurant mit leckerem Essen. Für die paar Meter Rückweg bestellen wir uns dann allerdings auf eindringliches Anraten von Fren, hier bei Dunkelheit aus Sicherheitsgründen besser nicht mehr als Fußgänger unterwegs zu sein, ein Taxi. Ein bisschen komisch kommen wir uns dabei schon vor, in Deutschland würde uns jeder Taxifahrer den Vogel zeigen, wenn wir ihn gerade mal um die nächste Ecke schicken wollten, aber hier scheint das völlig normal und selbstverständlich zu sein.

Auf unserer Terrasse genießen wir zum Abschluss des Tages noch eine Flasche leckeren Rotwein, den wir uns vorhin im Supermarkt kurzerhand noch besorgt hatten.