Reisebericht Oman 2025

Oman – Land der Kontraste zwischen Wüste und Meer

16 Tage Oman, zwei Regionen, unzählige Eindrücke – unsere Reise in den Oman im November 2025 war eine Mischung aus Abenteuer, Entspannung und kulturellen Entdeckungen.

Das Sultanat Oman stand schon lange auf unserer Reiseliste. Nachdem mehrere Freunde uns das Land wärmstens empfohlen hatten, war klar: Das wird unser nächstes Reiseziel. Ein Land, das touristisch noch nicht überlaufen ist, landschaftlich vielfältig und kulturell authentisch – genau das, was wir gesucht haben. Von den schroffen Bergen des Jebel Akhdar über türkisfarbene Wadis bis hin zu endlosen Sanddünen in der Wahiba-Wüste und den traumhaften Stränden im Süden – der Oman verspricht Abwechslung pur.

Die Planung

Knapp ein Jahr im Voraus buchten wir unsere Flüge bei Qatar Airways über deren Mitgliederprogramm Privilege Club mit unseren gesammelten Avios (Meilen) – eine lohnende Investierung, die uns den Flug in der Business Class ermöglichte. Die beiden Mietwagen für den ersten und zweiten Teil der Reise buchten wir bei Europcar über den ADAC.

Unsere Route

Unsere Route führte uns zunächst in den Norden: von Muscat durch die beeindruckenden Bergregionen, über historische Forts und einsame Bergdörfer bis in die Wüste. Der zweite Teil der Reise brachte uns in den Süden nach Salalah, wo wir die Reise am Meer entspannt ausklingen ließen.

In diesem Reisebericht nehmen wir euch mit auf unsere 16-tägige Rundreise durch den Oman – mit allen Highlights, kleinen Pannen und ehrlichen Eindrücken. Von der Anreise in der Qatar Airways Business Class über abenteuerliche Wanderungen und Fahrten durch spektakuläre Landschaften bis hin zu kulinarischen Entdeckungen und entspannten Tagen am Strand.

Viel Spaß beim Lesen – und vielleicht inspiriert euch unser Bericht ja zu eurer eigenen Oman-Reise!

Tag 1: Die Anreise

Endlich wieder unterwegs – Mit Qatar Airways in den Oman

Endlich wieder on tour! Nachdem wir bereits im Januar einen Großteil unseres Jahresurlaubs verbraucht hatten, hieß es: durchhalten. Aber heute ist es endlich so weit – die nächste große Reise steht vor der Tür. Unser Ziel: der Oman. Und wir nehmen euch gerne mit, wenn ihr Lust habt!

Frankfurt – Der Start in den Urlaub

Am Nachmittag machen wir uns mit dem Auto auf den Weg zum Flughafen Frankfurt. Da wir heute mit Qatar Airways fliegen, steuern wir das Terminal 2 an – eine kleine Abwechslung zum gewohnten Terminal 1. Den Parkplatz hatten wir bereits vorab online gebucht, sodass wir entspannt ankommen und direkt zum Check-in schlendern können.

Das Gepäck ist schnell aufgegeben, die Vorfreude steigt. Nach der Passkontrolle gönnen wir uns noch etwas Zeit in der Primeclass Lounge. Besonders luxuriös ist sie nicht – eher solides Mittelmaß – aber für 30 bis 45 Minuten vollkommen ausreichend, um einen Snack zu uns zu nehmen.

Kurz vor dem Boarding begeben wir uns auf den Weg zum Gate, wo noch eine Sicherheitskontrolle durchgeführt wird. Dann geht’s los: Das Boarding beginnt pünktlich, nachdem wir an unserem Sitzen ankommen sind und unsere Sachen verstaut haben, nehmen wir Platz und werden mit einem Glas Champagner begrüßt.

Der Flug nach Doha erfüllt unsere Erwartungen an eine Business Class: reichlich Platz, aufmerksames Personal und ein angenehmes Ambiente. Die Crew ist zuvorkommend und hat stets ein Auge darauf, ob wir etwas brauchen.

Beim Essen gibt es allerdings kleine Abstriche: Markus‘ Steak ist leider etwas zu durchgebraten und als wir uns schon auf das Dessert freuen, kommt die Ernüchterung: Es wurde schlicht vergessen, welches zu laden. Immerhin gibt es frisches Obst als Alternative – nicht weltbewegend, aber auch kein Beinbruch.

Pünktlich setzen wir in Doha auf. Die sechs Stunden sind wie im Flug vergangen.


Doha – Besuch der Al Safwa First Class Lounge

Nach der Landung in Doha haben wir einige Stunden Aufenthalt, bevor unser Anschlussflug nach Muscat startet. Wir schlendern zunächst durch den Flughafen und schauen uns den Tropical Garden an.

Danach begeben wir uns zur Al Safwa First Class Lounge – dem Flaggschiff von Qatar Airways. Zu dieser haben wir Zugang, da Qatar Airways die Business Class Sitze auf denkurzen Flüge in der Golfregion als First Class vermarktet. Die Lounge ist riesig und bevor wir uns einen Platz suchen, erkunden wir erst einmal die verschiedenen Bereiche. Es gibt ein À-la-carte-Restaurant, ein eigenes Duty-Free-Geschäft direkt in der Lounge und sogar einen Spa-Bereich inklusive Jacuzzi. Für Reisende mit längeren Aufenthalten stehen private Schlafzimmer zur Verfügung.

Wir lassen uns im À-la-carte-Restaurant nieder und bestellen eine Kleinigkeit zu essen. Alex probiert hier zum ersten Mal Karak Tee – ein würziger, mit Milch aufgegossener Tee, der in der Golfregion allgegenwärtig ist.

Der Service ist extrem aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Nach dem Essen schlendern wir noch einmal durch die Lounge, lassen die luxuriöse Atmosphäre auf uns wirken. So lässt sich eine Zwischenlandung genießen.

Weiterflug nach Muscat

Der Flug nach Muscat ist nur ein kurzer Hüpfer von etwa 90 Minuten. Beim Boarding gibt es eine kleine Überraschung: Aufgrund eines Fluggerätewechsels werden uns neue Plätze zugewiesen. Statt in einer Maschine zu fliegen, die von Oman Air übernommen wurde, dürfen wir in der Qsuite Platz nehmen.

Die Kabine ist an diesem Nachtflug nur spärlich besetzt – von den 46 Sitzen sind weniger als ein Viertel belegt. Wir gönnen uns noch ein Glas Champagner, verzichten aber auf eine weitere Mahlzeit. Nach dem ausgiebigen Aufenthalt in der Lounge sind wir gut versorgt.

Um 4:30 Uhr morgens landen wir pünktlich in Muscat. Der Oman empfängt uns.

Tag 1: Muscat

Ankunft in Muscat

Der Flughafen von Muscat wirkt um diese frühe Uhrzeit nahezu ausgestorben. Nach etwa 10 Minuten Fußmarsch erreichen wir die Schalter der Immigration. Die Einreise verläuft reibungslos. Wir hatten vorab online Visa beantragt, da unser Aufenthalt mehr als 14 Tage dauert – interessiert hier aber niemanden. Ein kurzer Blick in den Pass, Stempel rein, fertig.

Unsere Koffer stehen schon am Band bereit. Wir schnappen sie uns und machen uns auf den Weg zum Mietwagenschalter. Zügig werden die Formalitäten erledigt. Keine 10 Minuten später halten wir den Schlüssel in der Hand und steuern das Parkhaus an. Koffer ins Auto verladen, das Ziel in Google Maps eingeben – und los geht’s in Richtung unserer ersten Unterkunft, dem Chedi Muscat.

Check-in im Chedi Muscat

Im Hotel werden wir trotz der frühen Stunde freundlich empfangen. Es gibt ein Begrüßungsgetränk, während die Check-in-Formalitäten erledigt werden. Wir werden auf unser Zimmer begleitet, das Gepäck folgt kurz darauf. Dann endlich: Wir fallen müde ins Bett.

Muscat erkunden

Um 10 Uhr sitzen wir – noch etwas gerädert vom Nachtflug – beim Frühstück. Aber wir sind schließlich nicht zum Ausruhen hier, also starten wir direkt mit unserem Programm: Die sogenannte Altstadt von Muscat steht auf dem Plan. Zur Altstadt, die im eigentlichen Sinne gar keine ist, liegt ca 30 Autominuten östlich unseres Hotels.

Altstadt und Präsidentenpalast

Angekommen in der Altstadt finden wir sehr einfach einen Parkplatz un. Hier befindet sich der imposante Präsidentenpalast Al-Alam sowie einige weitere sehenswerte Gebäude. Wir nehmen uns Zeit, schlendern durch die Straßen und fotografieren ausgiebig, bevor wir mit dem Auto weiterfahren zu einem kleinen Park. Laut Reiseführer soll von hier ein lohnenswerter Wanderweg oberhalb von Muscat bis zur Corniche hinunterführen.

Wanderversuch bei 34 Grad

Im Nachhinein vielleicht nicht die beste Idee: Bei 34 Grad in der Mittagssonne über steinige Stufen den Berg hochzuklettern. Aber die Aussicht soll es wert sein. Und tatsächlich – der Blick über Muscat ist beeindruckend. Allerdings endet die Wanderung nach etwa 30 Minuten abrupt: Wegen des Baus einer Seilbahn ist der Weg gesperrt.

Einerseits schade – andererseits auch eine Erleichterung. Die glatten, unebenen Steine sind tückisch, man muss bei jedem Schritt aufpassen. Im Schneckentempo, um nicht auszurutschen, machen wir uns wieder auf den Rückweg.

Corniche und Souq

Wir fahren zurück zur Corniche, parken das Auto an der Fischmarkthalle und bummeln ein bisschen an der Promenade entlang. Anschließend geht es durch den Souq. Hier herrscht allerdings noch gähnende Leere – es ist wohl noch zu früh am Tag. Außer ein paar schönen Gewürzläden und den üblichen Ständen mit gefälschten Luxus-Labels gibt es nicht allzu viel zu sehen.

Langsam meldet sich der Hunger. Direkt gegenüber der Corniche kehren wir bei einem kleinen Shawarma-Imbissstand ein. Bei leckerer Minzlimonade und Hähnchen-Shawarma genießen wir den Blick aufs Meer – und merken, wie uns die Müdigkeit wieder einholt.

Nachmittag am Pool

Wir fahren zurück ins Hotel und lassen den Nachmittag am Pool auf einem gemütlichen Daybed ausklingen. Nach einer ausgiebigen Dusche sind die Lebensgeister vorübergehend wieder geweckt.

Abendessen im syrischen Restaurant

Am Abend fahren wir noch einmal los, zu einem syrischen Restaurant mit Außenbereich, nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. Die Portionen sind riesig, das Essen unglaublich lecker – und erstaunlich günstig.

Pappsatt kehren wir ins Hotel zurück. Die Suche nach einem Platz für einen letzten Absacker gestaltet sich etwas schwierig, aber letztendlich bekommen wir doch noch etwas. Danach fallen wir nur noch todmüde ins Bett.

Tag 2: Ausflug in die Berge

Eigentlich hatten wir geplant, heute Vormittag die berühmte Moschee und das Opernhaus von Muscat zu besuchen und den Nachmittag im Hotel zu verbringen. Dumm nur: Die Moschee hat heute geschlossen. Kurzerhand ändern wir unsere Pläne und erledigen einen Teil der für morgen geplanten Tour bereits heute – die Moschee verschieben wir auf morgen früh, bevor wir zu unserer nächsten Unterkunft weiterfahren.

Fort Al Hazm

Nach einem gemütlichen Frühstück im Hotel machen wir uns auf den Weg nach Al Hazm, wo wir das gleichnamige Fort besuchen. Gegen einen kleinen Eintrittspreis können wir uns – ausgestattet mit einem Audioguide – selbstständig durch die gesamte Anlage bewegen. Das Fort ist hervorragend restauriert, der Rundgang informativ und kurzweilig. Definitiv einen Besuch wert.

Durch den Wadi Sahtan nach Al Bashuq

Von hier fahren wir weiter über eine gut ausgebaute Straße durch den Wadi Sahtan. Unser Reiseführer empfiehlt einen Abstecher in das einsame Bergdorf Al Bashuq. Über eine unbefestigte, teilweise abenteuerliche Piste geht es hoch in die Berge. Das „Dorf“ selbst besteht aus wenigen Häusern, die nicht besonders einladend wirken – dafür ist die Landschaft drumherum umso beeindruckender. Nach ein paar Fotos kehren wir zur Hauptstraße zurück.

Wadi Bani Awf – Spektakuläre Berglandschaft

Der nächste Abzweig führt uns in den Wadi Bani Awf. Auch hier verläuft die Strecke über unbefestigte Pisten, mal mehr, mal weniger abenteuerlich, zwischen steil aufragenden Felswänden hindurch. Die Landschaft ist spektakulär. Immer wieder begegnen uns Bergziegen, und gefühlt hinter jeder Kurve halten wir für Fotos an. Nach etwa 20 Kilometern erreichen wir wieder eine befestigte Hauptstraße, die uns auf direktem Weg zurück nach Muscat führt – rund 150 Kilometer entfernt.

Abendessen in Qurum

Es ist spät geworden, der Hotelpool muss heute ohne uns auskommen. Stattdessen fahren wir direkt weiter zum Essen in den Vorort Qurum. Hier gibt es eine Art kleinen Foodcourt mit vielen Restaurants und Cafés in unmittelbarer Strandnähe. Wir landen bei einem Libanesen und essen wieder ausgesprochen gut.

Da die Oper gleich um die Ecke liegt, wollen wir vorher noch ein paar Fotos vom beleuchteten Gebäude machen. Leider findet dort gerade eine größere Veranstaltung statt, und wir haben keine Chance, irgendwo anzuhalten. Muss also auch noch warten.

Zurück im Hotel

Der Tag war lang, wir fahren zurück ins Hotel. Nach einer Dusche wollen wir eigentlich noch einen Absacker an der Bar nehmen – doch unser Zimmertresor lässt sich plötzlich weder bedienen noch öffnen. Wir warten fast eine Stunde auf den Sicherheitsmann. Auch der braucht mehrere Versuche, bis das Ding wieder funktioniert und wir an unsere Sachen kommen. Gedanklich hatten wir uns schon auf eine Anfrage bei den Panzerknackern eingestellt.

Kleiner Tankstellen-Hinweis

Übrigens: Einmal volltanken kostet hier etwa 26 Euro. Vielleicht sollten wir zum Sprit nachladen künftig immer in den Oman fahren.

Tag 3: Von Muscat ins Jebel Akhdar-Gebirge

Heute stehen wir etwas früher auf, denn die Große Sultan-Qabus-Moschee schließt bereits um 11 Uhr. Vor dem Frühstück packen wir schnell die Koffer, um danach direkt starten zu können. Nach dem Check-out und dem Verladen des Gepäcks erreichen wir nach wenigen Minuten Fahrt die beeindruckende Moschee. Wir nehmen uns Zeit, bummeln durch die Anlage und fotografieren ausgiebig.

Zwischenstopp: House of Amouage

Anschließend machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Saiq-Plateau im Jebel Akhdar-Gebirge auf 2.000 Metern Höhe. Natürlich nicht, ohne ein paar Zwischenstopps einzulegen.

Der erste Halt liegt nur wenige Kilometer von Muscat entfernt: das „House of Amouage“, wo überaus luxuriöse und entsprechend teure Parfums hergestellt werden. Im Visitor Center kann man sich durch unzählige Düfte schnuppern – und die Produkte natürlich auch kaufen. Ehrlich gesagt gefällt uns aber kein einziger Duft wirklich, das gesparte Geld können wir also anderweitig ausgeben.

Fanja – Heritage House und Ruinensuche

Weiter geht es nach Fanja, wo es laut Reiseführer ein hübsches „Heritage House“ und eine alte Ruinenstadt geben soll. Das Heritage House ist tatsächlich nett anzuschauen, beherbergt ein Café und bietet Übernachtungsmöglichkeiten. Für 5 Euro Eintritt pro Person läuft man über ein paar Brückchen zu einer Terrasse mit Blick aufs trockene Flussbett – und vorbei an einer Art Mini-Zoo mit Emu, Truthahn, Streifenhörnchen und diversen Vögeln in kleinen, engen Käfigen. Das hätten wir uns definitiv sparen können.

Also weiter zu den Ruinen. Die sehen wir zwar am Berghang, finden aber den Weg dorthin nicht. Google Maps ist uns – wie schon so oft im Oman – leider keine große Hilfe. Die Zeit läuft uns langsam davon, deshalb geben wir hier auf und fahren weiter.

Mittagspause im Banana Café

In dem Städtchen Birkat-Al-Mouz empfiehlt der Reiseführer das Banana Café für den kleinen Mittagshunger. Und hier werden wir nicht enttäuscht: Wir bestellen unsere obligatorische Minzlimo, ein Sandwich und einen Banana-Salted-Caramel-Cake. Schmeckt hervorragend – absolute Empfehlung für diese Location. Die einzige Herausforderung bleibt Google Maps, anstatt uns auf den Parkplatz direkt am Café zu lotsen, werden wir durch engste Gassen an eine andere Stellte navigiert.

Auffahrt zum Jebel Akhdar

Nun geht es auf direktem Weg zum Ziel. Die Straße hinauf zum Jebel Akhdar ist bestens ausgebaut, aber sehr steil und kurvenreich. Sie darf nur mit Allradfahrzeugen befahren werden – dies wird am Beginn der Bergstrecke von der Polizei auch tatsächlich kontrolliert. Schon während der Fahrt haben wir spektakuläre Ausblicke.

Ankunft in Saiq

Gegen 16 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft in Saiq – auf einem Hochplateau. Wir machen uns kurz frisch und brechen dann gleich wieder auf, um den besten Platz für den Sonnenuntergang zu finden.

Sonnenuntergang mit Aussicht

Wir landen bei im Sama Al Akhdar Hotel, dessen Terrasse einen perfekten Blick verspricht. Wir gehen hinein und fragen an der Rezeption freundlich, ob wir draußen einen Drink oder Kaffee nehmen dürfen, um den Sonnenuntergang zu sehen. Gar kein Problem!

Auf der Terrasse gibt es allerdings keine Bar oder Servicepersonal – aber das macht nichts. Wir genießen einfach nur die Aussicht. Hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Den Tag beschließen wir in einem iranischen Restaurant mit Blick in die Schlucht. Und fallen dann wieder todmüde ins Bett.

Tag 4: Jebel Akhdar

Den heutigen Tag kann man mit „ziemlich abenteuerlich“ zusammenfassen. Dabei fing alles ganz entspannt an.

Altes Bergdorf und Keks-Frühstück

Relativ zeitig packen wir unsere Sachen und checken aus. Unser erster Stopp führt uns über eine größtenteils unbefestigte Piste zu dem alten Bergdorf Al-Sugra, dessen wunderschön restaurierte Häuser über einer kleinen Schlucht im Hang kleben. Das Auto parken wir auf der anderen Seite der Schlucht und legen die letzten Meter über schön angelegte Wege und Treppen zu Fuß zurück.

Hier gibt es auch ein Café, in dem wir eigentlich frühstücken wollen. Allerdings ist zwar eine große Auswahl an Heiß- und Kaltgetränken im Angebot – zum Essen gibt es aber nur Kekse. Na gut, dann muss das heute Morgen reichen.

Nach Kakao, Kaffee und Keksen bitten wir noch einen netten Omani, ein Foto von uns zu machen. Als er sieht, dass Markus dafür sein neues iPhone 17 Pro Max zückt, ist er völlig begeistert und möchte gar nicht mehr aufhören zu fotografieren.

Start der Wanderung – The Lost Village Walk

Dann verabschieden wir uns, denn wir haben heute noch eine größere Wanderung vor. Diese startet etwa eine halbe Stunde Autofahrt entfernt und heißt „The Lost Village Walk“. Den Hike haben wir in einem Wanderführer für den Oman gefunden, die Tour wird als anspruchsvoll und abwechslungsreich beschrieben – genau unser Ding.

Zur Einordnung: Wir wandern viel und gerne auch mal herausfordernde Touren – solange man diese aufrecht auf einigermaßen begehbaren Pfaden und ohne Hilfsmittel bewältigen kann. Diese Wanderung sollte also kein Problem darstellen. Hätte sie vermutlich auch nicht…

Der falsche Abzweig

Wir parken auf einem kleinen Parkplatz unweit des Trailheads. Hier steht auch eine große Tafel mit grober Wegkarte und Infos zur Wanderung, die wir zur Sicherheit abfotografieren. Im Wanderführer wird erwähnt, dass die Wege ausgesprochen gut und durchgehend markiert sind.

Zunächst macht die Wanderung auch richtig Spaß. Es geht durch tolle Landschaft, mal rauf, mal runter, vorbei an alten verlassenen Siedlungen (daher der Name) und durchs trockene Flussbett. Irgendwann müssen wir leichte Klettereien über die Felsen eines trockenen Wasserfalls bewältigen. Die Markierung ist tadellos, zusätzlich sind an relevanten Stellen grüne Pfeile aufgemalt.

Dann das Problem: Vor uns auf dem Fels ist riesig groß das Wegzeichen aufgemalt. Links daneben ein paar Meter weiter auch. Dummerweise schauen wir aber auch nach rechts – wo ebenfalls grüne Pfeile und etwa 20 Meter entfernt ein kleines Wegzeichen zu sehen sind.

Wir ziehen das Handyfoto von der Karte zu Rate. Im Nachhinein ist es eindeutig – aber in dem Moment deuten wir es anders. Wir biegen nach rechts ab. Ein Fehler.

Klettern am Abgrund

Der Weg ist zwar nach wie vor markiert, wird aber immer unangenehmer. Immer öfter müssen wir mit Händen und Füßen Passagen an einer steiler werdenden Bergwand überwinden. Das Bauchgefühl sagt uns, dass hier etwas nicht stimmt. Es wird immer schwieriger. Auch wenn besonders heikle Stellen mit Seilen gesichert sind – unter uns geht es fast senkrecht in die Tiefe. Wir müssen hohe Stufen direkt am Abgrund überwinden.

Ich habe normalerweise keine Höhenangst, Markus allerdings schon etwas – aber wir sterben beide in diesem Moment tausend Tode. Umkehren ist keine Option. Wieder hinunterzuklettern wäre noch schwieriger – vor allem, weil man dabei in die Tiefe schauen muss.

Dann haben wir es endlich geschafft. Wir klettern über die Kante und stehen wieder – wenn auch mit zittrigen Beinen – sicher oben auf dem Plateau. Direkt vor dem Gelände des Luxushotels Alila Jabal Akhdar. Allerdings auch gut 2 Kilometer vom geparkten Auto entfernt. Unser eigentlicher Wanderweg wäre am Startpunkt auch wieder zu Ende gewesen. Damit ist endgültig klar: Wir sind den falschen Weg gegangen.

Fahrt im Dunkeln zum Jebel Shams

Sehr erleichtert laufen wir über die Asphaltstraße zum Auto zurück und machen uns – deutlich später als geplant – auf den Weg zur nächsten Unterkunft. Die liegt noch gut über 2 Stunden entfernt, wenige Kilometer vor dem Plateau des Jebel Shams. Das bedeutet: Wir sind mindestens eine Stunde bei Dunkelheit unterwegs.

Zunächst ist die Straße noch gut beleuchtet und ausgebaut. Irgendwann aber nicht mehr, und die Autoscheinwerfer sind auch nicht gerade die besten. Dann wird die Strecke zur unbefestigten Serpentinen-Piste – die letzten 25 Kilometer schleichen wir im Schneckentempo den Berg hinauf. Wir haben das Gefühl, nie anzukommen. Tun wir dann aber doch, gegen 19 Uhr.

Ankunft – fix und fertig

Fix und fertig und vor allem hungrig – außer den Keksen und etwas Obst während der Wanderung haben wir noch nichts gegessen. Da ist es uns auch egal, dass das Buffet im Bergresort (hier gibt es weit und breit nichts anderes, man muss also mit Abendessen buchen) nicht gerade überragend ist – um es freundlich auszudrücken.

Tag 5: Jebel Shams, Misfah und Nizwa

Frühstück und Aufbruch zum Jebel Shams

Neuer Tag, neue Wanderung. Wir stehen heute wieder relativ zeitig auf – hauptsächlich deshalb, weil es Frühstück nur bis 9 Uhr gibt. Dieses fällt genauso bescheiden aus wie das Abendessen, aber wir hatten auch nichts anderes mehr erwartet.

Nach dem Check-out fahren wir ein paar Kilometer – auch hier wieder über eine unbefestigte Piste – bis zum Plateau des Jebel Shams. Hier hat man den besten Blick auf den sogenannten „Grand Canyon des Omans“. Und das ist wirklich nicht übertrieben. Leider kann kein Foto diesen beeindruckenden Anblick wirklich einfangen.

Balcony Walk – Wanderung mit traumhaften Ausblicken

Hier oben startet auch der „Balcony Walk“, eine Wanderung, die immer an der Kante des Canyons entlangführt. Verlaufen kann man sich nicht – es gibt nur den einen Pfad, den man am Ende auch wieder zurückgehen muss. Von überall hat man spektakuläre Ausblicke. Etwas erschrocken sind wir allerdings, als wir ein paar Meter unter dem Pfad ein Autowrack entdecken, das offensichtlich von weit oben über die Kante gestürzt ist. Wie wir mitbekommen, zum Glück ohne Insassen. Ansonsten verläuft die Wanderung heute ganz entspannt und ohne Nervenkitzel. Nach etwa zweieinhalb Stunden sind wir zurück am Auto.

Misfah – Eines der schönsten Bergdörfer

Wir fahren wieder talabwärts in Richtung Misfah – laut Reiseführer eines der schönsten Bergdörfer im Oman. Das Auto muss vor dem Dorf stehen bleiben, aber es sind nur wenige Meter bis zum Eingang. Misfah ist wirklich hübsch und bietet viele tolle Fotomotive. Nach einem gemütlichen Rundgang kehren wir in einem Café mit Dachterrasse ein und lassen uns bei schöner Aussicht Minzlimonade und Kuchen schmecken.

Ankunft in Nizwa

Nun machen wir uns auf den Weg nach Nizwa, unserem Ziel für die nächsten beiden Tage. Wir beziehen eine wirklich tolle, authentische Unterkunft mitten in der Altstadt. Parken können wir auf dem großen Parkplatz vor dem Souk beziehungsweise direkt im Souq. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß zu unserer Unterkunft, alternativ kann man sich auch mit einem Golfkart abholen lassen. Nachdem wir das außerordentlich große und geschmackvoll und traditionell eingerichtete Zimmer bezogen haben, machen uns etwas frisch und starten zu einem ersten Bummel.

Zuerst geht es zum Fort, dann ein bisschen durch die Gassen und schließlich zum Abendessen im Kattarah Restaurant auf der Dachterrasse des Old Town Hotels. Zu guter Letzt gibt es noch einen Verdauungsspaziergang auf der schön restaurierten Stadtmauer (1 OMR Eintritt) entlang, bevor wir wieder in unsere Unterkunft zurückkehren.

Tag 6: Nizwa, Wadi Tanuf, Al Hamra, Bahla, Palast von Jabrin

Für das Frühstück müssen wir einige Meter zu Fuß zu dem Nizwa Cafe gehen. Ein Mitarbeiter des Hotels zeigt uns den Weg dorthin. Nach einem leckeren Omani-Frühstück bestehend aus verschiedenen orientalischen kalten, warmen, süßen und und herzhaften Speisen, gehen wir zu unserem Auto und machen uns auf den Weg, um noch einige Must-Sees auf unserer Liste abzuhaken.

Wadi Tanuf

Unsere erste Station ist das Wadi Tanuf im Nordosten Omans in den Al-Hajar-Bergen, nicht weit von Nizwa und Bahla entfernt.

Ein Wadi ist ein ausgetrocknetes Flussbett, das bei Regen große Wassermengen führen kann und welches bei Trockenheit mit einem Auto (idealerweise eines mit Allradantrieb) befahren werden kann.

Wadi Tanuf ist ein tiefer, enger Canyon mit felsigen Klippen, landwirtschaftlichen Terrassen und kleinen Siedlungen entlang des Tals.

Zunächst fahren wir an einem kleinen Staudamm vorbei, bevor die Straße zur Schotterpiste wird. Nach einigen Kilometern wird die Piste allerdings sehr uneben, sodass wir umdrehen und zurückfahren.

Unweit des Wadi Tanuf liegt noch das verlasse Dorf Tanuf, welches wir ebenfalls einen kurzen Fotostopp abstatten.

Al Hamra

Weiter geht es nach Al Hamra. Wir parken am Ortsrand und schauen uns die Altstadt an, die aus verfallenen Lehmhäusern besteht. An einem kleinen Kiosk mit Park gönnen wir uns eine Minzlimo.

Die Altstadt stammt größtenteils aus dem 17.–19. Jahrhundert und ist ein gut erhaltenes Beispiel eines traditionellen omanischen Bergdorf. Typisch sind enge Gassen, mehrstöckige Lehm- und Steinbauten mit dicken Wänden, flachen Dächern und kleinen Innenhöfen. Viele Häuser sind aus lokalem Lehm (mudbrick) gebaut und zeigen traditionelle Bauweisen, die an das heiße, trockene Klima angepasst sind. Einige Gebäude sind restauriert, andere befinden sich in unterschiedlichem, meist heruntergekommenen Zustand.

Bahla

In Bahla vertreten wir uns kurz die Füße und schauen uns das Fort von außen an. Anschließend nehmen wir einen Mittagssnack in einem nahegelegenen Restaurant zu uns.

Das Fort von Bahla lzählt zu den bedeutendsten historischen Festungsanlagen Omans. Es ist berühmt für seine massiven Lehmziegelmauern und war über Jahrhunderte ein wichtiges politisches und militärisches Zentrum, das häufig mit der Nabhani-Dynastie verbunden wird. Heute ist es Teil des UNESCO-Welterbes (seit 1987) und nach umfassender Restaurierung ein zentraler Kultur- und Besuchspunkt der Region.

Palast von Jabrin

Nächster Halt: der Palast von Jabrin. Diesen widmen wir dann aber doch etwas mehr Zeit als dem Fort von Bahla und besichtigen ihn von innen.

Der Palast von Jabrin (auch Jabreen Castle genannt) liegt liegt unweit von Bahla und gilt als eines der schönsten historischen Bauwerke Omans. Er wurde im späten 17. Jahrhundert unter Imam Bil’arab bin Sultan errichtet und diente weniger als reine Festung, sondern als repräsentativer Wohn- und Gelehrtenpalast. Besonders beeindruckend sind die reich verzierten Holzdecken, kalligrafischen Ornamente und die geschickt angelegten Innenräume rund um mehrere Höfe. Von den oberen Ebenen bietet sich außerdem ein weiter Blick über die Oasenlandschaft und die Ausläufer des Hajar-Gebirges.

Souk in Nizwa

Zurück in Nizwa besuchen wir vor dem Abendessen noch den Souk. Hier gibt es jede Menge unterschiedliche Dattelsorten zu probieren, und wir decken uns ordentlich ein. Außerdem kaufen wir Halwa, eine traditionelle Süßspeise mit einer zäh-gelartigen Konsistenz, die meist aus Zucker, Stärke und Ghee hergestellt und mit Safran, Kardamom sowie oft Rosenwasser aromatisiert wird. Häufig kommen Nüsse (z. B. Mandeln oder Cashews) dazu, und serviert wird sie klassisch zu Kaffee (Kahwa) – besonders bei Besuchen, Festen und als Zeichen von Gastfreundschaft – sowohl für uns als auch als Mitbringsel für zu Hause.

Zum Abendessen gehen wir in das Tamrah Restaurant & Cafe unweit des Forts. Wir bekommen noch zügig einen Tisch, einige Zeit später kommt es zu längeren Wartezeiten und die Warteschlange ist ordentlich angewachsen. In unserem Zimmer lassen wir den Abend heute früh ausklingen, denn morgen müssen wir zeitig raus für den berühmten Viehmarkt von Nizwa.

Tag 7: Nizwa Viehmarkt und Aufbruch in die Wüste

Viehmarkt

Unser Wecker klingelt kurz vor Sonnenaufgang. Wir springen direkt in die Klamotten und laufen die wenigen Meter zum berühmten Viehmarkt von Nizwa. Hier herrscht bereits geschäftiges Treiben. Der dahinterliegende Parkplatz ist schon brechend voll, und immer mehr Ziegen, Schafe und Rinder werden aufs Gelände geführt.

Um kurz nach 7 Uhr geht es richtig los. Die Verkäufer führen ihr Vieh durch die Runde, potenzielle Käufer prüfen Gebiss, Knochenbau und einige „wichtige Weichteile“ und winken entweder ab oder schließen direkt den Kauf ab.

Als Tierliebhaber beobachtet man das Ganze natürlich mit etwas gemischten Gefühlen. Aber im Großen und Ganzen gehen die Omanis – zwar nicht unbedingt zimperlich, aber doch weitestgehend respektvoll – mit den Tieren um. Es hätte schlimmer sein können.

Abschied von Nizwa

Gegen 8 Uhr verlassen wir die Arena, gehen direkt zum Frühstück und anschließend zurück ins Hotel zum Duschen. Dann heißt es Abschied nehmen von Nizwa. Hier hat es uns ausgesprochen gut gefallen – klare Empfehlung für einen Oman-Besuch.

Aufbruch in die Wüste

Die 2 Stunden Autofahrt Richtung Wüste sind unspektakulär. Überpünktlich erreichen wir den Treffpunkt – eine Shell-Tankstelle in dem Ort Bidiyah. Bei einem Mangolassi an der „letzten Tanke vor der Wüste“ warten wir auf den Guide.

Dieser sammelt uns zusammen mit vier weiteren Autos überpünktlich an der Tankstelle ein. Bevor es endgültig in die Wüste geht, lassen die Jungs einer kleinen Reifenwerkstatt im Ort aber noch ordentlich Luft aus den Reifen ab. Nach wenigen Minuten endet die Asphaltstraße und geht in eine breite Sandpiste über.

Wir fahren direkt das erste Auto hinter dem Guide, und der gibt ordentlich Gas auf der weichen Piste. Wir fegen hinterher, der Rest lässt sich etwas mehr Zeit – aber Markus ist in seinem Element, uns macht es Spaß.

Dann baut der Guide noch einen kleinen Schlenker durch ein paar leicht zu bewältigende, schon vorgespurte Sanddünen ein und lässt uns hier sogar vorneweg fahren. Das macht richtig Laune.

Die letzten Kilometer geht es anschließend wieder auf der breiten Sandpiste weiter. Gegen 14:15 Uhr erreichen wir schließlich das Camp.

Stargaze-Session am Abend

Den Nachmittag lassen wir ganz entspannt ausklingen. Nach dem Abendessen in Büffetform wird eine sogenannte Stargaze-Session angeboten – Sternenhimmel gucken mit einem Experten und seinem Teleskop. Da machen wir gerne mit.

Wahnsinn, wie gestochen scharf man den noch fast vollen Mond durchs Teleskop sieht. Wir dürfen am Ende der Session alle ein Foto von ihm durchs Teleskop schießen – sensationell. Auch der Saturn mit seinem Ring ist toll zu sehen. Der Experte erklärt ausführlich, und es ist wirklich spannend – finden zumindest wir. Denn nach kurzer Zeit hat sich die Gruppe halbiert – die andere Hälfte hat sich aus dem Staub gemacht.

Nachdem der Rest von uns am Ende das versprochene Mondfoto bekommen hat, verabschieden auch wir uns ins Bett.

Tag 8: Wüste

Den heutigen Tag nutzen wir ebenfalls, um uns ein bisschen von unseren letzten Abenteuern zu erholen – im Schatten auf einer bequemen Liege am Pool. Gegen 16:30 Uhr ist dann aber Schluss mit Faulenzen, denn wir wollen zum Sonnenuntergang unbedingt die Dünen hinterm Camp erklimmen.

Gesagt, getan. Oben angekommen suchen wir uns ein schönes Plätzchen, schießen natürlich jede Menge Fotos und genießen die Ruhe – bis die Sonne hinter den Dünen verschwindet.

Tag 9: Vom Wüstencamp über Wadi Bani Khalid nach Sur und Tiwi

Rückfahrt aus der Wüste

Bereits gegen 8 Uhr am Morgen verlassen wir das Wüstencamp, denn wir haben heute eine längere Transferstrecke vor uns mit nur zwei größeren Stopps.

Da wir den Weg aus der Wüste heraus nun kennen – immer die breite Sandpiste an der Stromleitung entlang –, benötigen wir diesmal keinen Guide. Bei den Jungs vom Reifenservice im Ort lassen wir uns wieder Luft auf die Reifen pumpen und fahren anschließend weiter Richtung Wadi Bani Khalid.

Wadi Bani Khalid – Baden in Naturpools

Hier führt die Schlucht ganzjährig Wasser, und man kann in vielen Naturpools im glasklaren Wasser baden. Gerade noch rechtzeitig vor dem großen Ansturm der Reisegruppen erreichen wir den Parkplatz und ziehen uns in den bereitgestellten Umkleide-„Zelten“ um.

Leider finden gerade umfangreiche Bauarbeiten im Wadi statt – es werden wohl richtige Fußgängerwege angelegt, sodass überall gehämmert, gebaggert und gegraben wird. Das stört natürlich etwas das Bild vom ansonsten wirklich schönen und sehenswerten Wadi.

Wir laufen ein ganzes Stück hinein in die Schlucht, wo es etwas ruhiger ist, und lassen es uns beim Plantschen im Pool gut gehen. Nebenbei gibt es noch eine kleine Gratis-Fußpflege von den kleinen Fischen, die einen im Wasser immer wieder anknabbern.

Als wir genug haben und uns auf den Weg zurück zum Parkplatz machen, sind wir froh, dass wir so früh hier waren. Nun kommt uns ein unaufhörlicher Strom von Leuten entgegen, und es wird voll auf den Wegen und dem Parkplatz.

Küstenfahrt nach Sur

Also weiter! Wir machen nun extra einen kleinen Umweg über Al Ashkhirah, um von dort an der Küste entlang hoch bis nach Sur zu fahren.

Sur war früher das Zentrum des Schiffsbaus für ozeangängige Dhaus. Heute gibt es hier noch zwei Dhau-Werften, einer davon statten wir einen Besuch ab. Wirklich interessant.

Am Maritime Museum, wo unter anderem die geschichtsträchtige Dhau „Fatah al Khair“ im Außenbereich zu sehen ist, stoppen wir ebenfalls – allerdings hat das Museum nur vormittags geöffnet, sodass wir nur ein paar Fotos durch den Zaun schießen können.

Ankunft in Tiwi

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir schließlich unser heutiges Ziel, das kleine Örtchen Tiwi. Von hier aus werden wir morgen als Erstes das gleichnamige Wadi erkunden.

Im Örtchen gibt es scheinbar „die eine abendliche Treffpunktkreuzung“ für die Dorfbewohner. Hier sind direkt nebeneinander und gegenüber drei einfache Restaurants und ein paar Läden zu finden. Wir entscheiden uns für das von unserem indischen Vermieter empfohlene und essen leckere Shawarma für umgerechnet 11 Euro inklusive Getränken für uns beide. Da kann man nicht meckern.

Gut gesättigt laufen wir zurück zu unserer Unterkunft.

Tag 10: Wadi Tiwi, Bimmah Sink Hole, Wadi Al Arbeieen und Wadi Dayqah Dam

  • Datum: 10.11.2025
  • Unterkunft: Beach House

Wadi Tiwi – Abenteuerliche Anfahrt

Von unserer Unterkunft ist es nur eine kurze Autofahrt bis zum Eingang des Wadi Tiwi. Bis zum Parkplatz, von wo aus man zum Wasserfall mit den Pools kommt, muss man allerdings noch rund 34 Kilometer eine teils asphaltierte, teils unbefestigte und sehr schmale, steile, kurvige Straße hochfahren. Bei Gegenverkehr wird es eng – Markus treibt das den einen oder anderen Schweißtropfen auf die Stirn.

Als wir uns endlich am Ziel glauben, weil uns ein freundlich winkender Omani den Weg zu einem vermeintlichen kleinen Parkplatz weist (der auch ziemlich genau mit unserem Google-Maps-Zielpunkt übereinstimmt), erleben wir unser erstes und bisher einziges Gauner-Erlebnis.

Versuchte Abzocke am Parkplatz

Die Menschen hier sind wirklich unheimlich freundlich, nahbar und hilfsbereit – dieser hier wollte uns allerdings übers Ohr hauen.

Laut Reiseführer muss man vom Ortseingang am Parkplatz einfach nur ein paar Treppen runter in die Schlucht laufen, dann ist man am Wasserfall. Möchte man weiter in die Schlucht rein oder in den Pools baden, muss man sich an Seilen runter- bzw. hochhangeln – dann wäre ein Guide eventuell sinnvoll. Wir möchten aber nur zum Fotografieren an den Wasserfall.

Wir steigen also aus dem Auto und bedanken uns bei dem jungen Mann fürs Einweisen – und haben plötzlich einen älteren Mann mit Bart und Turban hinter uns stehen, der uns (noch) sehr freundlich den Weg zur Treppe weist.

Als er dann meint, er müsse jetzt mit uns runtersteigen, sagen wir ihm freundlich, dass wir das problemlos alleine schaffen. Dieser Meinung ist er ganz und gar nicht und beharrt darauf, dass wir ihn brauchen. Immer noch freundlich, aber bestimmt lehnen wir erneut ab – woraufhin er ziemlich böse wird und uns entgegenschleudert, wir würden schließlich auf seinem Parkplatz stehen und sollen sofort verschwinden, wenn wir ihn nicht als Guide anheuern.

Und da dämmert uns, dass wir gar nicht auf dem offiziellen Parkplatz stehen – sondern einfach vorher abgefangen wurden. Markus steigt schon ins Auto ein, ich laufe nur ein kleines Stück weiter um die Kurve – und stehe direkt auf dem eigentlichen Parkplatz. Also kurz zurück, Daumen hoch an Markus – jetzt sind wir richtig.

Auch hier warten ein paar Jungs, die den Touristen ihre Dienste als Guide anbieten. Diese lassen sich aber schnell überzeugen, dass wir wirklich nur den Wasserfall anschauen möchten.

Und so können wir nun endlich runter und unsere Fotos schießen. Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Nach einer Weile begeben wir uns wieder nach oben, und dann heißt es: wieder durch die engen Kurven runterfahren. Wir schaffen auch den Rückweg unbeschadet.

Wadi Shab – Zu voll

Wir fahren nur wenige Kilometer weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Wadi Shab – welches eines der schönsten Wadis im Oman sein soll.

Doch als wir am Einstieg ankommen, vergeht uns irgendwie die Lust. Der große Parkplatz ist gerappelt voll, und am Bootsanleger – man muss mit einem kleinen Fährboot ans andere Ufer übersetzen, um ins Wadi reinzulaufen – stehen die Leute Schlange. Während wir im angeschlossenen Café ein kleines schnelles Frühstück zu uns nehmen, kommen immer mehr Reisegruppen zum Bootsanleger gestürmt.

Wir überlegen kurz – und beschließen dann: Wir fahren weiter. Auf Massenwanderung haben wir absolut keine Lust. Das ist der mit Abstand vollste Ort, den wir bisher im Oman besucht haben.

Bimmah Sink Hole

Also schnell weiter zum nächsten Stopp, der ebenfalls nach wenigen Fahrminuten erreicht ist: dem Bimmah Sink Hole, einem etwa 20 Meter tiefen, kreisrunden Einbruch der Karstoberfläche, in dem vom etwa 500 Meter entfernten Meer unterirdisch Wasser eintritt. Glücklicherweise ist es hier wieder sehr ruhig und entspannt.

Eine Betontreppe führt hinunter zum Wasser, in dem man auch baden darf. Da die Sonne schon wieder ordentlich brutzelt, wage ich mich gerne ins erfrischende Nass. Im Gegensatz zum Wasser in den Felsenpools heute Morgen im Wadi Tiwi ist es hier doch ein wenig kühler.

Wadi Al Arbeieen

Nach der kurzen Plantschrunde machen wir uns auf den Weg zum nächsten Wadi – dem Wadi Al Arbeieen. Hier geht es wieder über eine unbefestigte, aber ganz gut zu befahrende Straße durch eine landschaftlich wunderschöne Schlucht. Am Ende der Straße spazieren wir etwas herum und machen Fotos.

Wadi Dayqah Dam Park

Anschließend nehmen wir unser nächstes Ziel in Angriff – den Wadi Dayqah Dam Park, ein beeindruckender Staudamm. Es geht erneut über größtenteils unbefestigte Straßen durch eine bergige, steinige Landschaft.

Am frühen Nachmittag erreichen wir das als Park angelegte Staudamm-Gelände. Hier ist außer uns weit und breit kein Tourist unterwegs, und es herrscht eine himmlische Ruhe. Nachdem wir uns etwas umgeschaut und die obligatorischen Fotos geschossen haben, steht nur noch die Fahrt zu unserer nächsten Unterkunft in einem Ort namens Sifah an.

Sifah – Gated Community am Meer

Über booking.com haben wir uns einen ganzen riesigen Bungalow in zweiter Reihe zum Meer für gerade mal 60 Euro die Nacht gebucht – ein Schnäppchen. Was wir nicht wussten: Dieser Bungalow befindet sich in einer Art Gated Community. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass es hier im Oman so etwas gibt.

Diese Art von „Stadt in einer Stadt“ findet man ja eher in den USA oder Südafrika, wo der Sicherheitsgedanke eine Rolle spielt – aber hier im Oman mit einer extrem niedrigen Kriminalitätsrate? Wie auch immer, die Anlage mit einer kleinen Marina, Swimmingpools und einigen Restaurants ist zwar wirklich schick angelegt, wirkt aber völlig ausgestorben.

In einem dort ansässigen türkischen Restaurant lassen wir schließlich den Abend ausklingen. Dann heißt es erst mal: alles aus dem Auto räumen und die Koffer ordentlich zusammenpacken – denn morgen geht es zurück nach Muscat und mit dem Flieger weiter in den Süden nach Salalah.

Tag 11: Zurück nach Muscat und Weiterflug nach Salalah

Morgenschwimmen in Sifah

Wir sind früh wach und nutzen die Gelegenheit, ein paar Runden im fast vor unserer Tür liegenden Pool zu drehen. Außer uns verirrt sich um diese Zeit nur ein weiteres Paar ins Becken. Herrlich!

Nach dem erfrischenden Frühsport machen wir uns fertig, laden die Koffer ins Auto und sind ein wenig traurig, dass wir den netten Bungalow so schnell schon wieder verlassen müssen.

Küstenfahrt nach Muscat

Wir wählen die etwas längere, aber schönere Strecke an der Küste entlang und machen unterwegs nur einen richtigen Stopp kurz vor Muscat – genauer gesagt in Al Bustan, um uns das exklusivste Hotel im Oman anzuschauen: das Al Bustan Palace Hotel, welches zu Ritz Carlton gehört.

Wir fahren mit dem Auto direkt vor den Eingang und fragen, ob wir mal in die Lobby schauen dürfen und wo wir das Auto abstellen können. „Aber selbstverständlich“, freut sich der Portier aufrichtig und nimmt uns auch direkt die Schlüssel fürs Auto ab, um es für uns zu parken. Das nenne ich Kundenservice.

Die Lobby – besser gesagt: Kathedrale – ist wirklich beeindruckend.

Autowäsche – Ein Muss im Oman

Nun müssen wir weiter Richtung Muscat, denn unser Auto benötigt dringend noch eine kleine Reinigung. Dazu muss man wissen: Im Oman ist es per Gesetz verboten, mit einem schmutzigen Auto durch die Gegend zu fahren. Kein Witz. Und tatsächlich sehen alle Autos immer sehr ordentlich aus – bis auf unseres.

Wir sind ständig über unbefestigte Pisten, durch staubige Wadis oder eben durch die Wüste gefahren. Sämtliche Waschanlagen hatten aber immer nur am Vormittag (da waren wir noch auf den Pisten unterwegs) und am späten Nachmittag (da waren wir meist schon fast in der Unterkunft) geöffnet, oder wir haben auf dem Weg einfach keine gefunden.

Belangt hat uns keiner – aber für die Rückgabe an der Verleihstation sollten wir dann doch für ein sauberes Auto sorgen, innen und außen.

Royal Opera Muscat

Nachdem das erledigt ist, machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Royal Opera in Muscat, die eh auf dem Weg zum Flughafen liegt. Wir hatten es am Anfang nicht mehr geschafft, hier Fotos zu schießen. Bei der Gelegenheit frühstücken wir auch gleich in einem der dort ansässigen Cafés.

Und dann geht es endlich zum Flughafen. Wir geben unser Auto ab und gehen zum Check-In Schalter. Leider stimmt etwas mit unseren Buchungen nicht, wohl aufgrund einer Flugzeitenänderung, was bedeutet, das Markus erst noch mal beim Ticketschalter vorbeischauen soll. Scheint wirklich nur eine Formalität zu sein, nach ein paar Minuten können wir dann endlich unsere Koffer einchecken und verbringen die Zeit bis zum Abflug un der Oman Air Lounge.

Weiterflug nach Salalah

Um 16 Uhr startet unser Flieger Richtung Salalah. Nach einem gut einstündigen Flug erreichen wir unser Ziel, holen den Mietwagen ab und kommen kurz nach Sonnenuntergang in unserem Hotel an.

Wir sind in einer größeren Hotelanlage untergebracht – dem Rotana Resort – wo man hauptsächlich auf Pauschal-Strandurlauber trifft. Eigentlich ist so etwas nicht unbedingt unsere bevorzugte Art der Unterkunft, aber in Salalah gibt es keine großartigen Alternativen. Und ehrlich gesagt wollen wir hier – neben ein paar Ausflügen in die Umgebung – ja auch nur noch ein bisschen Sonne, Strand und Meer genießen. Von daher passt das schon.

Tag 12: Ausflug in den Westen von Salalah

Bucht von Fizayah

Nach einem zeitigen Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Bucht von Fizayah, einem abgelegenen, weißen Sandstrand, der nur über eine unbefestigte, teils steile Piste zu erreichen ist. Als wir ankommen, ist lediglich eine italienische Reisegruppe mit mehreren Jeeps da – ansonsten haben wir den tollen Strand für uns. Hier bleiben wir eine Weile und plantschen im erfrischenden Wasser.

Shaat Viewpoint – Mit Militärkontrolle

Dann geht es weiter Richtung Westen zum Shaat Viewpoint, von wo man einen spektakulären Blick über die Steilkante zum Meer hat.

Zuvor müssen wir allerdings einen hier oben ansässigen Militärposten passieren. Das Ganze ist ein bisschen surreal: Rechts und links der Straße steht jeweils ein schwer bewaffneter Jeep, an mehreren Barrieren muss man im Slalom vorbeifahren, bis man schließlich von einem fröhlich lächelnden, aber bis zu den Zähnen bewaffneten Soldaten gestoppt und nach dem Ziel befragt wird. Wir dürfen weiterfahren.

Eigentlich gibt es gar keinen Grund mehr für diese etwas seltsame Abfertigung irgendwo im Nirgendwo, aber es rührt wohl noch von einer Zeit, als hier Rebellen unterwegs waren – man hat das bis heute einfach so beibehalten.

Der Shaat Viewpoint befindet sich ca 12 km nach dem Militärposten auf der linken Seite (im Reiseführer war von 2km die Rede, was uns erstmal ordentlich verwirrte). Am Viewpoint waren wir zwar fast die einzigen Besucher, dafür waren eine Brigade an Bauarbeitern damit beschäftigt ein Besucherzentrum mit entsprechender Infrastruktur zu errichten. Nach der beeindruckenden Klippenaussicht fahren wir die gleiche Strecke zurück – nicht ohne noch einen netten Schwatz mit den Soldaten zu halten.

Mughsayl Beach – Kamele, Kamele, Kamele

Nun steuern wir den kilometerlangen, weißen Mughsayl Beach an. Angeblich stehen hier sehr oft Kamele direkt am Strand. Tun sie tatsächlich.

Und wo wir schon beim Thema Kamele sind: Während im Norden des Omans die langhaarigen Bergziegen eindeutig die Oberhand vor Eseln und ein paar wenigen Kamelen haben, heißt es hier unten im Süden: Camels everywhere! Wortwörtlich. Man muss mit dem Auto höllisch aufpassen – sie stehen und gehen mitten auf der Landstraße, hinter jeder Kurve, sogar auf der Autobahn und natürlich am Strand. Einfach überall, und das fast immer mindestens im Dutzend.

Und nun gibt es halt nochmal jede Menge Fotos mit Kamelen und weißem Strand im Hintergrund.

Mausoleum vom Propheten Hiob – Eine Enttäuschung

Da wir gut in der Zeit liegen, fahren wir auch direkt noch ein Ziel im Norden von Salalah an, welches wir eigentlich für den nächsten Tag geplant hatten: das Mausoleum vom Propheten Hiob. Auch in der Hoffnung, auf dem Weg dorthin noch eine nette Location für ein spätes Mittagessen zu finden.

Die ganze Gegend wirkt allerdings eher schmuddelig und nicht besonders einladend. Als wir dann am „Mausoleum“ ankommen, sind wir fast sprachlos: Das Gebäude sieht von außen aus wie eine völlig runtergekommene Waschküche auf einem ebenso heruntergekommenen Gelände. Im Inneren ist es nicht ganz so schlimm – hier liegen ein paar Teppiche, unter denen sich scheinbar etwas verbirgt. Eine kleine Gruppe junger indischer Touristen, alles Männer, läuft gerade immer im Kreis um diesen Teppich herum.

Das soll also DIE Attraktion sein? Ein wenig verwundert und amüsiert verlassen wir das Gelände. Auf dem ganzen Rückweg finden wir auch nur ähnlich wenig einladende Essgelegenheiten vor – das Mittagessen fällt heute also aus. Wir verbringen den letzten Rest des Nachmittags entspannt im Hotel auf unserer Terrasse mit Blick auf Strand und Meer.

Abendessen – Hähnchen medium rare?

Eine kleine Anekdote noch zum Abendessen: Alex bestellt im asiatischen Hotelrestaurant als Hauptspeise Hähnchen Teriyaki. Als Vorspeise wollen wir uns etwas Sushi teilen.

Als die nette Bedienung die Bestellung aufnimmt, fragt sie mich, wie ich denn das Hähnchen gerne serviert haben möchte: „Medium rare, medium oder well done?“ Wir sindzunächst sprachlos, dann sprudelt ein fast panisches „Well done“ aus Alex heraus. Als sie uns dann anschließend darauf hinweist, dass das Sushi aber roh sei – sie möchte es nur vorsichtshalber sagen – können wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen. Hähnchen medium rare?

Tag 13: Ausflug in den Osten von Salalah

Wir wollen uns heute noch ein bisschen die Gegend östlich von Salalah anschauen. In Salalah selbst gibt es nichts wirklich Sehenswertes – die Altstadt wird gerade komplett abgerissen und ist eine einzige Baustelle.

Wadi Darbat – Die große Enttäuschung

Bei der Planung dieser Reise wurde überall in den höchsten Tönen vom Wadi Darbat geschwärmt – „eine grüne Oase mit saisonalen Wasserfällen und fließenden Bächen“, immer garniert mit traumhaften Fotos eben dieser Wasserfälle.

Uns ist natürlich klar, dass es in den trockenen Wintermonaten eher weniger grün und sicher nur wenig Wasser sein wird. Dass wir allerdings eine Art Freizeit- und Vergnügungspark vorfinden – wenn auch gähnend leer – damit haben wir nicht gerechnet. Alle paar Meter werden Ziplines, Schwanentretboote und sonstige Vergnügungen angeboten. Das wird nirgendwo auch nur mit einer einzigen Silbe erwähnt.

Irgendwann finden wir an einer kleinen unscheinbaren Ecke schließlich die ziemlich unspektakulären Felsen, wo normalerweise die Wasserfälle herunterkommen. Die liegen jetzt komplett trocken. Damit war zu rechnen, aber der ganze Rest drumherum? Wir dachten, wir können hier ein bisschen durch schöne Natur spazieren, wie in den vielen anderen Wadis auch. Die einzigen, die hier Spaß am Spaziergang hatten, waren mal wieder jede Menge Kamele. Und Ziegen. So viel also zu Erwartung und Realität.

Mirbat – Nett, aber…

Weiter geht es – vorbei an wunderschönen langen, einsamen weißen Sandstränden und Dünen – ins angeblich sehenswerte Städtchen Mirbat.

Es ist halt ein Städtchen. Nicht hässlich, aber auch nichts, was uns länger hier verweilen lässt.

Gravity Hill – Der enttarnte Zaubertrick

Einen Trumpf haben wir dann aber doch noch im Ärmel: die Straße zum „Gravity Hill“ mit dem geheimnisvollen „Magnetic Gravity Point“ – wo Bälle, Flaschen oder ähnliche Objekte angeblich den Berg hinauf rollen sollen. Bereits an der Autobahn steht der Wegweiser zu dieser „Attraktion“.

Wir folgen diesem und stehen kurze Zeit später an besagter Stelle, die mit einem großen Schild am Straßenrand markiert ist. Außer uns hat sich nur noch ein Omani hierher verirrt, der offensichtlich gerade testet, ob das Ganze wirklich funktioniert. Ein wenig verzweifelt wirkt er schon, wie er versucht, eine Flasche von verschiedenen Stellen aus ins Rollen zu bringen und das Ganze gleichzeitig mit dem Handy zu dokumentieren. Irgendwann kullert die Flasche dann tatsächlich schwerfällig ein paar Zentimeter weit – runter. Nicht hoch.

Denn ganz ehrlich: An der Stelle, wo wir stehen, direkt neben dem Schild, sieht man deutlich, dass die Straße erst mal ein ganz klein wenig runtergeht, bevor sie wieder nach oben – zum Gravity Hill – aufsteigt. Quasi eine kleine Delle, aber ganz sicher kein mysteriöses Magnetfeld.

Da haben wir leider einen ganz billigen Zaubertrick enttarnt.

Kapitulation – Ab ans Meer

Eigentlich wollten wir auf dem Rückweg noch ein weiteres angeblich sehr nettes Örtchen anschauen – aber irgendwie haben wir jetzt einfach keine Lust mehr. Wir kapitulieren. Schließlich haben wir die letzten eineinhalb Wochen so viel Schönes erlebt und gesehen, wir müssen das auch mal sacken lassen.

Wir fahren also schon am Mittag zum Hotel zurück und genießen dort die restlichen zweieinhalb Tage bei Sonne, Strand, Meer und leckerem Essen.

Tag 15: Abschied vom Oman

  • Datum: 15.11.2025
  • Flüge: QR1131 / QR69

Am Samstagabend heißt es dann Abschied nehmen vom Oman. Schön war es hier.

Wir fahren zum Flughafen, geben noch unseren Wagen ab, checken ein, besuchen die Oman Air Lounge und sitzen um 23:15 Uhr im Flieger nach Doha – um von dort nach Frankfurt umzusteigen.

Da wir den ganzen Tag nur sehr wenig gegessen haben, wollen wir nochmal auf dem Flug nach Doha zuschlagen. Doch leider ist der Service nicht so wie gewohnt. Wir werden zwar noch vor dem Start wie üblich nach den Getränkewünschen gefragt, bezüglich Essen aber nicht. Nach dem Start bekommen wir zwar die gewünschten Getränke, aber von Essen ist weit und breit keine Spur. Erst auf Nachfrage werden dann unsere Tische eingedeckt und die Speisewünsche aufgenommen. Vorspeise erhalten wir trotzdem keine und eine Nachspeise bekommen wir zwar serviert, welche der beiden Optionen wir gerne haben möchte wird vorab aber nicht erfragt.

In Doha angekommen besuchen wir noch die Al Mourjan Garden Lounge und steigen dann um 2 Uhr in unseren Flieger, nach einem letzten Glas Champagner machen wir für ein paar wenige Stunden die Augen zu.

Am Sonntag morgen gegen 6:15 Uhr landen wir mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck wieder wohlbehalten auf unserem Heimatflughafen.

Fazit – Der Oman: Ein Land voller Kontraste

16 Tage Oman liegen hinter uns – 16 Tage voller beeindruckender Landschaften, kultureller Begegnungen und dem einen oder anderen Abenteuer.

Der Oman hat uns positiv überrascht. Das Land ist sicher, die Menschen sind außerordentlich freundlich und hilfsbereit, und die Vielfalt der Natur ist beeindruckend: Von den majestätischen Bergen des Jebel Akhdar über spektakuläre Wadis mit kristallklarem Wasser bis hin zu endlosen Sanddünen in der Wüste und einsamen weißen Stränden im Süden – der Oman bietet landschaftlich wirklich alles.

Was uns besonders gefallen hat:

  • Die Vielfalt der Landschaften auf relativ kleinem Raum
  • Die Gastfreundschaft der Omanis
  • Die gut ausgebaute Infrastruktur, auch abseits der Hauptstraßen
  • Die Möglichkeit, mit einem normalen Mietwagen (mit Allrad) das Land flexibel zu erkunden
  • Die beeindruckenden Forts und die gut erhaltene Architektur
  • Das Wüstencamp – ein echtes Highlight

Was man wissen sollte:

  • Nicht jede im Reiseführer angepriesene Attraktion hält, was sie verspricht
  • Google Maps ist im Oman nur bedingt zuverlässig
  • Viele Sehenswürdigkeiten erfordern Fahrten über unbefestigte Pisten – ein Allradfahrzeug ist empfehlenswert
  • Die Distanzen sind größer, als man denkt – genug Zeit einplanen
  • Im Winter sind viele Wadis trocken, dafür sind die Temperaturen angenehm

Der Oman eignet sich hervorragend für eine individuelle Rundreise mit dem Mietwagen. Wer Natur, Abenteuer und Ruhe abseits des Massentourismus sucht, ist hier genau richtig. Plant genug Zeit ein, um die verschiedenen Regionen zu erkunden – es lohnt sich.

Würden wir wiederkommen? Auf jeden Fall.